Weltschlechteste RestaurierungChinesische Mauer mit Zement bedeckt
Sie ist eines der Weltwunder und gehört zum Weltkulturerbe. Doch die Chinesische Mauer ist in großer Gefahr. Neben den vielen Touristen ist es oft die Natur selbst, die sich durch das Gestein frisst. Doch in diesem Fall ist das Unheil von Menschen gemacht.
Die Chinesische Mauer ist das größte Bauwerk, das jemals errichtet wurde und bis heute einzigartig. Von abertausenden Menschen über Jahrhunderte erschaffen, fügt sich die 8850 Kilometer lange Mauer perfekt in die Landschaft ein. Sie ist ein Monument der wechselvollen Geschichte des Landes und entstand als Grenzbefestigung des chinesischen Kaiserreiches, um sich vor räuberischen Reitervölkern zu schützen.
Seit 2007 zählt die Chinesische Mauer zu einem der "Sieben Neuen Weltwunder". Wie Forscher vor einigen Jahren herausfanden, sind nur noch rund 500 Kilometer einigermaßen gut erhalten, der Rest ist heute entweder zerstört, beschmiert, von chinesischen Bewohnern abgetragen oder völlig von wild wachsenden Pflanzen überwuchert und zerfallen. Dies ist vor allem im ländlich geprägten Teil Chinas der Fall, denn dort mangelt es häufig an Baumaterial für dringend benötigte neue Häuser.
Wie schlecht es um große Teile des zum Weltkulturerbe gehörenden Bauwerk steht, lassen neue Fotos aus China erahnen. Wie "CNN" berichtet, haben Behörden des Landes einen Teil des berühmten Bauwerks einbetonieren lassen. Den Angaben zufolge handelt es sich um einen "wilden" Teil, der bislang nicht für Touristen zugänglich gewesen sei. Bereits Anfang 2014 sei die beschädigte Mauer in den Provinzen Liaoning und Hebei "restauriert" worden. Aber statt sie sorgsam wieder aufzubauen, wurde sie einfach zubetoniert.
Ein Blogger schreibt, die Chinesen hätten sich reihenweise mit der Hand an die Stirn geschlagen, als sie von der völlig missglückten Restaurierungsaktion erfuhren. Auf Weibo ging der Hashtag #"The most beautiful, wild Great Wall flattened" viral. Dort schimpfen die User über die Verantwortlichen: "F**king, versuchen Sie Ihr Gehirn zu benutzen!"
Der Zerstörung der Mauer wollte die Unesco 1987 vorbeugen, als sie sie zum Weltkulturerbe erklärte. Erst seit 2006 ist sie jedoch geschützt und darf nicht mehr beschädigt werden, sondern muss in ihrem aktuellen Zustand erhalten bleiben. Inzwischen setzen sich auch chinesische Organisationen und Verbände für den Erhalt des imposanten Grenzwalls ein und arbeiten derzeit vor allem daran, die mangelhaften wissenschaftlichen Erkenntnisse über ihn zu vervollständigen.