Panorama

"Nicht auf alle übertragbar" Covid-19-Patienten mit Blutplasma geheilt

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In Österreich wurden Covid-19-Erkrankte mit Blutplasma geheilt.

(Foto: dpa)

Mehrere Länder testen die Behandlung von Corona-Patienten mit Blutplasma, aber fundierte medizinische Erkenntnisse kann noch niemand gewinnen. Nun heilt der Therapieansatz in Österreich drei Infizierte. Ein Infektiologe warnt aber sogleich, dass Blutplasma keine Option für alle Patienten ist.

In Österreich haben sich mehrere Covid-19-Patienten von ihrer schweren Lungenkrankheit erholt, nachdem sie mit dem Blutplasma geheilter Coronavirus-Patienten behandelt wurden. Der experimentelle Therapieansatz habe bei drei Patienten im Krankenhaus Graz sehr gute Ergebnisse geliefert, sagte der Grazer Infektiologe Robert Krause bei einer Pressekonferenz.

Bei der Blutplasma-Therapie handle es sich jedoch um eine "Option für ganz ausgewählte Patienten, die nicht auf alle übertragbar" sei, sagte Krause. So wurden insbesondere zwei Patienten behandelt, die an anderen Vorerkrankungen litten und ein sehr geschwächtes Immunsystem hatten. Zudem kann es bei der Behandlung den Angaben zufolge auch zu Nebenwirkungen wie allergischen Reaktionen kommen.

Insgesamt wurden in Österreich bisher 20 Corona-Patienten mit Blutplasma behandelt. Damit weitere Tests vorgenommen werden können, rief das Rote Kreuz zu Blutplasma-Spenden auf. Bisher waren rund 200 Menschen in Österreich zu einer Spende bereit.

Die Behandlung mit Blutplasma wird derzeit in mehreren Ländern getestet - unter anderem in Frankreich, den USA, der Schweiz und China. Allerdings werden für sichere Aussagen über die Wirksamkeit noch mehr medizinische Daten benötigt.

Quelle: ntv.de, dbe/AFP