Panorama

Geflüchtete suchen Verwandte DRK erhält auch 2017 viele Anfragen

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Das Schicksal vieler Vertriebener und Geflüchteter wird wohl unentdeckt bleiben.

(Foto: imago/Rene Traut)

Obwohl immer weniger Menschen nach Deutschland flüchten, erhält das Deutsche Rote Kreuz konstant viele Suchanfragen nach vermissten Verwandten. Doch die Organisation kann nur rund der Hälfte von ihnen Gewissheit verschaffen.

Die Zahl der von Flüchtlingen beim Deutschen Roten Kreuz gemeldeten vermissten Verwandten bleibt auf einem Rekordniveau. Von Januar bis Mitte Dezember wurden trotz sinkender Migrantenzahlen bereits 2700 Suchanfragen neu gestellt - und damit schon fast so viele wie im Rekordjahr 2016, in dem 2800 registriert wurden.

Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf eine vorläufige Bilanz des DRK-Suchdienstes. Im Jahr 2014, also vor dem Höhepunkt der großen Fluchtbewegung nach Deutschland, hatte die Zahl der Anfragen noch bei 1053 gelegen.

DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt sagte, erschreckend sei vor allem die nach wie vor hohe Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die entweder selbst ihre Angehörigen suchten oder von diesen gesucht würden. Diese Zahl liege bei mehr als 1000 Mädchen und Jungen und sei damit im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nahezu unverändert. "Für Familien gibt es wohl nichts Schlimmeres als nicht zu wissen, ob ein Angehöriger lebt oder was mit ihm geschehen ist", so Hasselfeldt.

Die meisten Suchanfragen kämen von Afghanen, Somaliern und Syrern. In etwa jedem zweiten Vermisstenfall könne der DRK-Suchdienst helfen oder zumindest Informationen liefern. Doch bei einem Teil der Gesuchten müsse man leider davon ausgehen, dass sie auf der Flucht ums Leben gekommen seien. "Da die Identifizierung der Toten auf den verschiedenen Fluchtrouten nicht immer möglich ist, werden viele Schicksale deshalb auch ungeklärt bleiben."

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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