Panorama

"Sofort raus jetzt!!" Damm bei Houston gibt Wassermassen nach

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Zahlreiche Menschen flüchten nur mit dem, was sie tragen können, aus Houston.

(Foto: REUTERS)

Im US-Bundesstaat Texas wütet Tropensturm "Harvey" mit voller Wucht: Große Teile von Houston sind bereits überflutet - und es kommt noch schlimmer. Südlich der Metropole bricht ein Damm. Die Behörden mahnen die Bewohner, die Region sofort zu verlassen.

Nach einem Dammbruch infolge des Tropensturms "Harvey" haben die Behörden im US-Bundesstaat Texas die betroffenen Anwohner zur sofortigen Evakuierung aufgefordert. "Sofort raus jetzt!!", schrieb die Verwaltung des Kreises Brazoria auf Twitter. Der Damm an den Columbia-Seen südlich der Großstadt Houston habe unter dem Druck der Wassermassen nachgegeben, hieß es weiter.

Ein Richter habe eine verbindliche Evakuierungsanordnung für alle Anwohner erlassen, teilte der Landkreis in einer Erklärung mit. Es gebe nur eine einzige Straße, über welche die Gegend verlassen werden könne, und auch diese Straße könnte bald überschwemmt sein. Die Behörden empfahlen den Abreisenden, eine Notunterkunft im Landkreis Bell in rund 370 Kilometer Entfernung anzusteuern.

In der Gegend hatte es vier Tage lang schwere Regenfälle gegeben, weite Landstriche stehen unter Wasser. Der Damm liegt mehrere Dutzend Kilometer von Houston entfernt, die Großstadt war von dem Dammbruch in Brazoria nicht unmittelbar betroffen. Doch in der ohnehin schwer getroffenen Stadt lief ein zweiter Damm über.

Trump spricht Menschen Mut zu

Die Infrastruktur in und um Houston ist bereits jetzt weitgehend zusammengebrochen. Rettungskräfte kämpfen sich mit Booten durch die Wassermassen, um festsitzende Menschen aus ihren Häusern zu befreien und in Sicherheit zu bringen. Einem Medienbericht zufolge sind mehr als 9000 Menschen im Kongresszentrum der Metropole untergekommen, das ursprünglich nur für 5000 Menschen ausgelegt war. Nach offiziellen Angaben sind bisher mindestens drei Menschen gestorben.

Die Stadtverwaltung von Houston stellte klar, dass an keiner der zahlreichen Notunterkünfte der Metropole nach dem Einwanderungsstatus der Hilfsbedürftigen gefragt werde. Niemand müsse entsprechende Papiere vorweisen. US-Präsident Donald Trump sagte den Betroffenen rasche Hilfe zu. Er reiste in die texanische Stadt Corpus Christi und sprach den Menschen Mut zu: "Wir werden das überstehen. Wir werden gestärkt daraus hervorgehen und glaubt mir, wir werden größer, besser, stärker sein als jemals zuvor."

Schulen in Louisiana geschlossen

Auch am Dienstag brachte der Sturm große Regenmengen in den Südosten des Staates, wie der Nationale Wetterdienst mitteilte. An einigen Stellen wurden bis zu 127 Zentimeter Regen erwartet, der Wetterdienst warnte weiter vor lebensbedrohlichen Überflutungen. Im Tagesverlauf soll der Sturm auch Louisiana erreichen. Auch dort werden in den kommenden Tagen heftige Ausmaße des Tropensturms befürchtet.

In New Orleans blieben Schulen und Behörden geschlossen. Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen. Er riet ihnen, Essen, Trinken und Medikamente für mindestens drei Tage vorrätig zu haben. Gouverneur John Bel Edwards sagte, aller Wahrscheinlichkeit nach stehe Louisiana das Schlimmste noch bevor.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/dpa

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