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Wo Rauch ist, ist auch Feuer: Der Brand auf einem russischen Atom-U-Boot ist laut Werftbetreiber gelöscht.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer: Der Brand auf einem russischen Atom-U-Boot ist laut Werftbetreiber gelöscht.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 08. April 2015

Trockendock geflutet: "Dampf" nach Feuer auf Atom-U-Boot

In Russland kommt es immer wieder zu schweren Bränden bei Arbeiten an Atom-U-Booten. 2009 und 2010 meldet die Werft Swjosdotschka solche Fälle. Jetzt erneut: Acht Stunden bekämpfen die Einsatzkräfte den Brand - erfolgreich. Die Lage war aber ernst.

Das Feuer auf einem russischen Atom-U-Boot ist nach Angaben des Werftbetreibers aus. Der Brand einer Gummi-Isolierung nahe der Ballasttanks sei gelöscht, zitierte die Nachrichtenagentur Tass einen Sprecher der Werft "Swjosdotschka" in der Stadt Sewerodwinsk am Weißen Meer. Acht Stunden seien die Einsatzkräfte mit dem Löschen beschäftigt gewesen, dann sei das Trockendock geflutet worden, in dem die "Orjol" liegt. Es sei auch kein Rauch mehr zu sehen gewesen, "nur noch Dampf".

Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden. Die Lage war aber so ernst, dass der Generalstabschef der Marine, Admiral Viktor Schirkow, persönlich nach Sewerodwinsk reiste.

Das Feuer war Agenturmeldungen zufolge bei Schweißarbeiten ausgebrochen. Das Verteidigungsministerium teilte anschließend mit, es sei kein nuklearer Brennstoff mehr an Bord des Schiffes gewesen, und der Reaktor sei seit mehr als einem Jahr abgeschaltet. Berichten zufolge befanden sich auf der "Orjol" auch keine Waffen. In der Umgebung der Werft sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

Immer wieder Brände auf Atom-U-Booten

Die "Orjol" wird seit Ende 2013 repariert und liegt für Ausbesserungen am Rumpf in einem Trockendock. Ursprünglich sollte das U-Boot 2016 wieder in See stechen. Sewerodwinsk liegt gut 1300 Kilometer nördlich von Moskau.

In Russland war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Bränden bei Arbeiten an Atom-U-Booten gekommen. Erst im März 2014 hatten Schweißarbeiten einen Brand auf einem Schiff in der Hafenstadt Sneschnogorsk ausgelöst. In der nun betroffenen Werft "Swjosdotschka" waren 2009 und 2010 Atom-U-Boote in Brand geraten.

Die schwerste Katastrophe mit einem russischen Atom-U-Boot ereignete sich im Jahr 2000, als die "Kursk" bei einer Übung in der Barentssee wegen eines defekten Torpedos sank. Alle 118 Besatzungsmitglieder starben. Bei einem Unglück auf dem russischen Atom-U-Boot "Nerpa" starben 2008 während einer Testfahrt im Japanischen Meer 20 Menschen.

Quelle: n-tv.de