Panorama

Regen, Schnee und kalte LuftDas Wetter vermiest den Karnevalisten den Spaß

12.02.2026, 15:16 Uhr
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In einer Talsenke im baden-württembergischen Schönau liegt Frühnebel über den Wiesen und Bäumen. (Foto: dpa)

Gleich drei Tiefs versorgen Deutschland derzeit mit feucht-milder Luft. Das ist nicht gerade das beste Winterwetter. Ergiebiger Regen erhöht zudem die Hochwassergefahr. Wie es weitergeht, weiß Meteorologe Björn Alexander.

ntv.de: Die schönen Momente beim Wetter sind momentan rar. Was ist los in der Wetterküche?

Björn Alexander: Mit "Tamara", "Ulrike" und "Viviana" drehen drei Tiefdruckgebiete ihre Runden über Mitteleuropa. Gleichzeitig liegt über Skandinavien Winterhoch "Emmeram". Während im Norden unseres Kontinents also eisige Nächte mit um die minus 25 bis minus 35 Grad dominieren, verwirbeln die Tiefs über weiten Teilen Deutschlands feucht-milde Luft. Das ist eine zum Teil intensive Wetterlage. Zumal der Übergang zur kalten Luft, die sogenannte Luftmassengrenze, momentan über dem Norden unseres Landes liegt.

Welche Wetterkapriolen erwarten uns?

In der milden Luft über der Mitte und im Süden Deutschlands regnet es zum Teil ergiebig. Besonders im Bereich der westlichen Staulagen der Gebirge drohen in Summe Niederschlagsmengen von 40 bis 80 Litern pro Quadratmeter. Kombiniert mit dem Tauwasser aus den Hochlagen sind im schlimmsten Fall Abflussmengen von bis zu 100 Litern pro Quadratmeter drin. Dadurch besteht Hochwassergefahr an Bächen und kleineren Flüssen. Außerdem weht der Wind auf den Gipfeln von Schwarzwald und Alpen mit schweren Sturmböen bis um die 100 Kilometer pro Stunde.

Wie sieht es in der Kaltluft im Norden aus?

Hier fällt wiederholt gefrierender Regen oder Schnee mit entsprechender Glätte, bevor sich die Kaltluft am Freitag und Samstag schrittweise bis in den Süden und an die Alpen verlagert. Mit der dazugehörigen Kaltfront fällt dann wieder Schnee bis in tiefe Lagen, dort droht verbreitet Straßenglätte. Am Sonntag beruhigt sich das Wetter kurz, es wird allerdings winterlich kalt.

Eine kurze Beruhigung vor dem nächsten Tief?

So sieht es aus. Das folgt zu Beginn der kommenden Woche mit Wind, Regen, Schnee und erneuter Glättegefahr. Kurzum: Leider auch keine guten Aussichten für die Karnevalisten zum Höhepunkt der fünften Jahreszeit beim Straßenkarneval.

Dann schauen wir auf die Details - was erwartet uns am Freitag?

Im Süden ist es durchwachsen mit Regenschauern. Über der Mitte bleibt es trüb, der Regen geht hier mit der Annäherung der Kaltluft aus dem Norden immer öfter in Schneeregen oder Schnee über. Der äußerste Norden zeigt sich unterdessen meist trocken. Aber auch hier ist die Sonne ein eher seltener Gast. Die Temperaturen erreichen im Süden bis 12, im Norden bis minus 1 Grad. Durch den lebhaften bis stürmischen Wind fühlt sich das Ganze aber nochmals deutlich kälter an.

Wie kalt?

Die gefühlte Temperatur, der Windchill, liegt zur Mittagszeit im strammen Ost- bis Nordostwind bei minus 2 bis minus 8 Grad. Am kältesten ist es im Küstenumfeld.

Und am Samstag?

Im Nordwesten sowie an der Ostsee wird es freundlich, Schneeschauer sind nur noch selten. Sonst sind die Wolken jedoch zahlreich und es fällt zeitweise Schnee. Auch im Süden geht der Regen im Tagesverlauf in Schnee über. Die Temperaturen erreichen nur noch minus 2 bis plus 2 Grad, lediglich am Rhein werden es noch bis plus 5 Grad.

Welche Aussichten gibt es am Sonntag?

Nach einer frostigen Nacht mit Glättegefahr geht es - nach letzten Schneeschauern an den Alpen - vielfach freundlich bis sonnig und trocken weiter. Am meisten Sonne bekommt hierbei der Osten ab. Erst zum Abend tauchen im äußersten Westen die neuen Wolken mit etwas Schnee auf. Die Höchstwerte: minus 2 bis plus 2, im Westen bis plus 4 Grad.

Was bringt uns die nächste Woche?

Am Montag fällt in der Osthälfte zeitweise Schnee. In der Westhälfte geht der Schnee in Regen über - vor allem im Bergland besteht Glatteisgefahr. Die Höchstwerte bewegen sich im Osten um 0, im Westen bei 4 bis 8 Grad. Der Dienstag verläuft ebenfalls wechselhaft und windig bis stürmisch bei minus 1 bis 8 Grad. Und auch für den Mittwoch steht dann schon das nächste Tief in den Startlöchern.

Quelle: ntv.de

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