Panorama

Demo gegen sexualisierte GewaltTausende solidarisieren sich mit Collien Fernandes in München

29.03.2026, 20:46 Uhr
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"Wenn man pornografische Deepfakes herstellt oder weiterleitet, muss das in Zukunft strafbar sein", sagt Katharina Schulze von den Grünen auf der Demo in München. (Foto: picture alliance / Wolfgang Maria Weber)

Erneut treibt die Empörung über den Fall der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes viele Menschen auf die Straßen. Nach den Demos unter anderem in Berlin, Hamburg und Köln fordern die Teilnehmer auch in der bayerischen Hauptstadt strengere Gesetze gegen digitale Gewalt gegen Frauen.

Tausende Menschen haben in München gegen sexualisierte Online-Gewalt demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen rund 6000 Menschen an der Kundgebung teil, zu der unter anderem die Grüne Jugend München und die Initiative "Feminists United" aufgerufen hatten.

Im Mittelpunkt stand Solidarität mit der Moderatorin Collien Fernandes sowie ein Protest gegen digitale Gewalt gegen Frauen. Auf der Kundgebung sprach unter anderem die Fraktionschefin der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze. Auch der designierte Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause beteiligte sich an dem Protest.

Schulze forderte strengere Gesetze gegen manipulierte pornografische Inhalte im Internet. "Wenn man pornografische Deepfakes herstellt oder weiterleitet, muss das in Zukunft strafbar sein", sagte sie. Außerdem müssten Technologieunternehmen stärker in die Verantwortung genommen werden und ihre Algorithmen offenlegen. Zudem sprach sich Schulze für mehr Geld für Beratungsangebote, Frauenhäuser und Präventionsarbeit aus.

Zuvor waren am Samstag auch in Köln zahlreiche Menschen gegen sexuelle Gewalt auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich dort mehrere Tausend Menschen. Die Kundgebung unter dem Motto "Gegen Patriarchale Gewalt" begann am Rudolfplatz und bewegte sich über die Ringe in Richtung Chlodwigplatz. Die Organisatoren fordern mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt und stärkere Präventionsmaßnahmen.

In den vergangenen Tagen gab es auch Berlin, Hannover, München, Frankfurt und anderen Städten es große Kundgebungen. In Hamburg trat Collien Fernandes am Donnerstag überraschend selbst. Die 44-Jährige hatte eigentlich ihre Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt, trat dann aber doch mit einer schusssicheren Weste, Polizeischutz und mit Security auf, weil sie nach eigenen Angaben Morddrohungen bekommen habe.

Schwere Vorwürfe gegen Christian Ulmen

Hintergrund der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte. Sie wirft ihm vor, Fake-Profile unter ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben.

Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Er selbst hat sich öffentlich noch nicht zu den Vorwürfen seiner Ex-Frau geäußert. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die "initiale Berichterstattung" des "Spiegels" gerichtliche Schritte einzuleiten. Auch hat sich der Jurist zu Deepfake-Vorwürfen gegen seinen Mandanten geäußert und diese zurückgewiesen.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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