Verehrer malte ihr GesichtDenkmalbehörde prüft "Meloni-Engel" in Kirche

Ein restaurierter Engel in einer der ältesten Kirchen Roms wird zum Besuchermagneten. Sein Gesicht erinnert an das der italienischen Ministerpräsidentin. Meloni erschien dem Maler nach dessen Worten im Traum.
Ein Engel mit dem Gesicht von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einer der ältesten Kirchen Roms könnte bald wieder verschwinden. Die zuständige Denkmalbehörde prüft nach eigenen Angaben, ob der Engel auf einem Fresko in der Basilika San Lorenzo in Lucina wieder in seinen Originalzustand versetzt werden muss. Der Fall beschäftigt inzwischen auch Papst Leo XIV., der zugleich Bischof von Rom ist.
Das Fresko, das bislang kaum Beachtung fand, ist seit Bekanntwerden der Angelegenheit zu einem Besuchermagneten in der italienischen Hauptstadt geworden. Wegen der vielen hochgereckten Handykameras ist es gelegentlich schwierig, sich einen Blick auf das Bild zu verschaffen. Inzwischen wird gescherzt, dass es der "Meloni-Engel" sogar schaffe, die Römer zurück in die Kirche zu bringen.
Die Denkmalbehörde will nun klären, ob es für die eigenmächtige Veränderung durch einen Amateur-Restaurator eine Genehmigung gab. Andernfalls soll der Engel wieder sein ursprüngliches Gesicht erhalten. Pfarrer Daniele Micheletti bestätigte der Zeitung "La Repubblica": "Wir suchen eine Lösung." Das Bistum ließ verkünden, dass die Entscheidung über die Zukunft des Engels "auf höchster Ebene" getroffen werde. Rom hat insgesamt mehr als 900 Kirchen. Sie unterstehen alle dem Papst.
Maler ist Meloni-Verehrer
Das Fresko befindet sich über einer Marmorbüste des letzten italienischen Königs Umberto II., der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 ins Exil ging. Einer der beiden Engel ähnelt seit der Restaurierung deutlich der Ministerpräsidentin von der Rechtspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens), die Italien seit mehr als drei Jahren regiert - länger als fast alle anderen Regierungschefs nach dem Zweiten Weltkrieg. Der "Meloni-Engel" hält eine Schriftrolle mit den Umrissen Italiens in der Hand.
Urheber der Veränderung ist der ehrenamtliche Helfer der Kirche, Bruno Valentinetti. Der 83-Jährige gilt als Meloni-Verehrer. In einem Podcast behauptete er, dass ihm die Idee für das neue Engelsgesicht im Traum gekommen sei. "Meloni erschien mir im Traum, in Weiß gekleidet. Sie sagte zu mir: "Bruno, male den Engel nach meinem Bild. Gib ihm mein Gesicht! Daraufhin bewegte sich meine Hand wie von selbst.""