Panorama

Schnee und Kälte zum Wochenende Der Winter kommt nochmal wieder

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Schnee mitten im Frühling - nach einem warmen und sonnigen März kommt das ziemlich überraschend.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der März schlägt in puncto Sonnenstunden alle Rekorde und hält zum Monatsende doch noch Überraschungen bereit: Mit Schnee und Minusgraden gibt sich der Winter noch nicht geschlagen, weiß ntv-Wetterexperte Björn Alexander. Auch der April startet kalt und wohl auch ziemlich nass.

Auf den letzten Metern hat der Sonnen-März schlapp und stattdessen dem Winter noch einmal Platz gemacht. Wie entwickelt sich die Wetterlage?

Nachdem der März 2022 alleiniger Spitzenreiter aller Märzmonate in Sachen Sonnenschein geworden ist und es bis einschließlich Mittwoch schon auf über 230 Sonnenstunden gebracht hat, ist die Wetterlage jetzt ziemlich nachhaltig umgeschlagen. Vorerst einmal ist kein neues Dauerhoch in Sicht, und stattdessen gibt es Tiefdruckeinfluss bis weit in den April und zumindest zum Monatsbeginn auch noch kalte Polarluft obendrauf. Für viele von uns sind das sogar die winterlichsten Aussichten der letzten Monate.

Wie viel Schnee ist denn jetzt zu erwarten?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander.

(Foto: ntv)

Die Nordlichter dürften sich zum Start in den Donnerstag mit teils über 5 Zentimetern Neuschnee sicherlich schon mal die Augen gerieben haben. Jetzt schreitet die Kaltluft mit Schneechancen und entsprechender Glätte weiter südwärts voran. Das bedeutet für die Nacht zum Freitag vom Ems- und Münsterland bis nach Hessen, Thüringen und Sachsen sowie in der Eifel teils bis zu 5 Zentimeter. Im Harz, Thüringer Wald sowie in der Rhön und Richtung Erzgebirge sind sogar bis zu 15 Zentimeter Neuschnee möglich.

Und danach?

Der Freitag bringt im Bereich der Landesmitte nochmals Schnee - und Schneeregen. Am meisten kommt hierbei im Bergland mit bis zu 10 oder 15 Zentimeter hinzu, während zeitgleich auch der Süden mehr und mehr ins Wettergeschehen einbezogen wird. Insbesondere die Berglagen, die bis einschließlich Samstag zum Teil 20 bis an die 50 Zentimeter bekommen können.

Welche Regionen sind im Fokus?

Das betrifft vor allem den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und generell die Regionen Richtung Alpen und Bayrischer Wald. Alles in allem drohen uns somit von Nord nach Süd nahezu überall winterliche Straßenverhältnisse mit entsprechender Glätte und Verkehrsbehinderungen. Zumal sich auch am Wochenende verbreitet Nachtfrost dazugesellt.

Wie kalt wird es denn?

Die Nacht zum Sonntag bringt uns häufig Tiefstwerte zwischen minus 1 und minus 5 Grad. Im Umfeld der Mittelgebirge gibt es sogar oftmals mäßigen Frost bis an die minus 10 Grad. Richtung Alpen erwarten wir zum Teil sogar strengen Frost unter minus 10 Grad.

Welche Aussichten erwarten uns denn ansonsten am Wochenende?

Der Samstag bringt im Süden viele Wolken und zum Teil eben noch kräftigen Schneefall. Auch die Mitte unseres Landes zeigt sich durchwachsen mit weiteren Schneeschauern. Einzig im Norden gibt es viel Sonne. Dabei weht ein teilweise lebhafter bis stürmischer Wind, der dazu führt, dass sich die minus 1 bis plus 8 Grad nochmals wesentlich kälter anfühlen. So erleben wir zum Beispiel am Samstagmittag oft gefühlte Temperaturen im Frostbereich. Nochmals eisiger ist es auf den Bergen mit Windchill-Temperaturen um oder unter minus 10 Grad.

Und am Sonntag?

Beruhigt sich die Lage alles in allem. Nach der teilweise eisigen Nacht sind im Süden noch letzte Flocken drin. Auch der Norden zeigt sich leicht durchwachsen und windig. Ansonsten geht es aber freundlich bis sonnig und trocken durch den Tag. Die Temperaturen erreichen dabei zwischen 0 und 9 Grad. Es wird also etwas milder - ein Trend, der sich auch in der nächsten Woche fortsetzen wird.

Mit welchen Temperaturen können wir denn rechnen?

Ganz große Sprünge erwarten uns zwar nicht. Aber immerhin geht es aus den spätwinterlichen Bereichen heraus. Das bedeutet am Montag 2 bis 10, Dienstag 3 bis 11 und am Mittwoch 4 bis 12 Grad - ähnlich sieht es dann ebenfalls am Donnerstag und Freitag aus.

Was bringt uns das Wetter dazu?

Der Montag verläuft im Süden aufgelockert und trocken. Im großen Rest sind die Wolken dichter und bringen bevorzugt im Norden neben Regen auch einen stürmischen Wind mit. Und grundsätzlich gesehen bleiben Regen und Wolken auch in den nachfolgenden Tagen ein Thema. Überwiegend geht es unter Tiefdruckeinfluss nämlich wechselhaft bis grau und teilweise verregnet weiter.

Mit viel Regen können wir rechnen?

Die Niederschlagssummen bis zum Ende der nächsten Woche liegen verbreitet bei 25 bis 50 Liter pro Quadratmeter. Zum Teil sind auch bis zu 80 Liter oder mehr nicht auszuschließen. In Anbetracht der um die 55 Liter, die normalerweise im April fallen, ist das also schon mal eine beachtliche Ausbeute.

Gibt es schon weitere Trends in Richtung Ostern?

Insgesamt sind die Langfristprognosen weiterhin eher in Richtung zu nass gepolt. Das gilt beispielsweise für die experimentellen Monatstrends des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA, der den April 2022 viel zu nass und inzwischen auch als deutlich zu kalt vorhersagt. Die ersten Frühsommertage des Jahres mit 25 Grad oder mehr könnten somit noch länger auf sich warten lassen.

Quelle: ntv.de

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