Panorama

Tausende sterben bei UnfällenDeutschland macht "Rückschritte bei Verkehrssicherheit"

25.02.2026, 13:17 Uhr
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Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei gut 2,5 Millionen Unfälle. (Foto: picture alliance/dpa)

Die deutschen Straßen sind von einer "Vision Zero" mit null Verkehrstoten noch weit entfernt. Wie das Statistische Bundesamt zeigt, entwickeln sich die Zahlen aktuell sogar in die falsche Richtung. Regional gibt es dabei große Unterschiede.

Auf Deutschlands Straßen sind 2025 erneut mehr Menschen ums Leben gekommen als im Vorjahr. Insgesamt starben 2814 Personen bei Verkehrsunfällen und damit 44 oder zwei Prozent mehr als 2024, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Zahl der Verletzten blieb mit rund 366.000 zwar stabil, die der Schwerverletzten ging jedoch zurück.

"Deutschland tritt bei der Verkehrssicherheit auf der Stelle und macht aktuell sogar Rückschritte", erklärte der TÜV-Verband. "Nach vielen Jahren mit langsam sinkenden Opferzahlen ist die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten nun wieder gestiegen."

Tendenziell sinkt die Zahl der Toten auf Deutschlands Straßen seit Jahrzehnten. Besonders in den Corona-Jahren 2020 und 2021 setzte sich dies verstärkt fort. Seitdem ist die Zahl der Verkehrstoten in drei von vier Jahren allerdings wieder angestiegen. Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2021 - 2030 habe sich Deutschland vorgenommen, die Zahl der Todesopfer bis 2030 um 40 Prozent zu senken, erläuterte der TÜV. Das entspräche rund 1540 Getöteten pro Jahr.

"Vision Zero ist keine Utopie"

"Die Vision Zero, also eine Mobilität mit null Verkehrstoten, ist keine Utopie, sondern eine Frage konsequenter Umsetzung", sagte TÜV-Expertin Fani Zaneta. Die bisherigen politischen Maßnahmen reichten nicht aus. "Wir müssen an den Stellschrauben drehen, die nachweislich Leben retten."

Dazu gehörten eine "fehlerverzeihende Infrastruktur" insbesondere an Unfallschwerpunkten, konsequente Regelüberwachung und Tempo-Management, sowie die schnelle Verbreitung wirksamer Fahrzeugsicherheitsfunktionen. "Sicherheit ist kein Nebenaspekt der Mobilität, sie ist ihre Grundlage", betonte Zaneta.

Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr gut 2,5 Millionen Unfälle, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht. Bei 2,2 Millionen davon blieb es bei Sachschäden. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg hingegen um ein Prozent auf rund 293.000. Während die Zahl der Leichtverletzten um ein Prozent auf 318.000 zunahm, sank die der Schwerverletzten um vier Prozent auf 48.400. Dies ist der niedrigste Wert seit 1991.

Anstieg bei fast allen Verkehrsarten

Detailliertere Ergebnisse für den Zeitraum von Januar bis November 2025 zeigen, dass es bei fast allen Verkehrsarten mehr Todesopfer gab. So starben mehr Menschen, die mit einem Auto (plus vier Prozent) oder einem Fahrrad (plus vier Prozent) unterwegs waren. Besonders stark fiel der Anstieg bei den Nutzerinnen und Nutzern von Krafträdern mit Versicherungskennzeichen - etwa Mofas - (plus 28 Prozent) und von E-Scootern (plus 25 Prozent) aus. Dagegen verunglückten weniger Fahrer von Motorrädern und Motorrollern tödlich. Hier sank die Zahl der Todesopfer um acht Prozent.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Die meisten Verkehrstoten je eine Million Einwohner gab es in dünn besiedelten Flächenstaaten - mit 60 in Mecklenburg-Vorpommern und mit 50 in Brandenburg. Der Bundesdurchschnitt betrug 34. Deutlich darunter lagen die Stadtstaaten Berlin (zehn) und Hamburg (elf) sowie Nordrhein-Westfalen (26).

Quelle: ntv.de, raf/rts

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