Panorama

Klage gegen Umbau gescheitert Deutschlands größtes Bordell nimmt Hürde

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Im Bordell sollen bis zu 93 sogenannte Nutzungseinheiten entstehen.

(Foto: imago/blickwinkel)

Im eleganten Berliner Stadtteil Charlottenburg soll das größte Bordell Deutschlands entstehen, ein Wohnhaus entsprechend umgebaut werden. Die Nachbarn fürchten eine Abwertung ihrer Wohngegend und ziehen vor Gericht - jedoch ohne Erfolg.

Das Berliner Verwaltungsgericht hat eine Klage gegen die Umnutzung eines Wohnhauses in das größte Bordell Deutschlands abgewiesen. Das Verwaltungsgericht wies laut Mitteilung die Klage einer Immobiliengesellschaft ab, die sich gegen zwei Bauvorbescheide zur Zulässigkeit des im Stadtteil Charlottenburg geplanten Bordells gewandt hatte.

Die Klägerin argumentierte, ein Bordell dort sei unzulässig und gegenüber den Nachbarn rücksichtslos. Außerdem sei der Gültigkeitszeitraum eines der beiden Vorbescheide abgelaufen, bemängelte die Immobiliengesellschaft. Das Gericht dagegen hält beide Vorbescheide für noch gültig. Das Vorhaben verletze keine nachbarschützenden Vorschriften, auch sei es gegenüber der Klägerin nicht rücksichtslos.

Eine Abwertung des Bereichs zeichne sich nicht ab, erklärte das Verwaltungsgericht. Es sei nicht erkennbar, dass die von dem geplanten Bordell ausgehenden Nachteile und Belästigungen "die Schwelle der Rücksichtslosigkeit" erreichten.

Aktuell befindet sich auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus. Im Bordell sollen bis zu 93 sogenannte Nutzungseinheiten entstehen, wodurch es das größte Deutschlands sein soll. Das Gericht ließ die Berufung zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zu.

Quelle: ntv.de, mba/AFP