Panorama

Filmreifer Raubzug bei Stockholm Diebe stehlen schwedische Kronjuwelen

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Absperrungen am Tatort: Die Kathedrale von Strängnäs ist Bergäbnisort des schwedischen Königs.

(Foto: REUTERS)

Die Tat war offenbar von langer Hand geplant: Am helllichten Tag dringen Diebe in Schweden in eine Kathedrale ein, um unschätzbare Kostbarkeiten aus den Schatzkammern des Königshauses zu entwenden. Die Polizei spricht von "einzigartigen Objekten".

Ein dreister Diebstahl sorgt in Schweden für Entsetzen: In der Kleinstadt Strängnäs rund 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Stockholm haben unbekannte Täter wertvolle Gegenstände aus den Beständen der schwedischen Kronjuwelen gestohlen.

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Die gestohlenen Kronen stammen aus dem 17. Jahrhundert.

(Foto: REUTERS)

Ersten Erkenntnissen der Ermittler zufolge drangen die Diebe am Vortag gegen Mittag in die Kathedrale von Strängnäs ein, in der die wertvollen Einzelstücke - darunter ein Reichsapfel und mehrere reich verzierte Kronen aus der frühen Neuzeit - im Rahmen einer Sonderausstellung zu sehen waren. In einem unbeobachteten Moment schlugen sie mehrere alarmgesicherte Vitrinen ein, entwendeten mindestens drei Ausstellungsstücke und flüchteten ins Freie.

Ein Zeuge beobachtete zwei Männer, die aus dem Kirchengebäude durch den angrenzenden Park ans nahe Ufer rannten. Dort sprangen sie in ein offenbar bereitliegendes Motorboot und rasten über Mälarsee davon. Ihre Beute ist von unschätzbarem Wert: Gestohlen wurden offenbar die historisch bedeutsame Krone von König Karl IX. (1550 - 1611), die Königinnenkrone seiner 1625 verstorbenen Frau Kristina sowie ein mit Edelsteinen verzierter Reichsapfel, dem Symbol der königlichen Herrschaft in Schweden.

Bei den gestohlenen Reichsinsignien handelt es sich um international bekannte Einzelstücke, deren ideelle Bedeutung den reinen Materialwert um ein Vielfaches übersteigt. Die "einzigartigen Objekte" seien vermutlich selbst auf dem Schwarzmarkt "so gut wie unverkäuflich", erklärte Polizeibeamtin Maria Ellior. Die schwedischen Behörden gehen daher davon aus, dass es sich bei dem Raubzug um eine detailliert geplante Auftragstat handeln könnte.

Es werde in alle Richtungen ermittelt, hieß es. Die Fahndung nach den Tätern läuft. Die Polizei nutzte bei der Suche nach dem Verbleib des Motorbootes unter anderem auch Hubschrauber. Die Ermittler setzten umgehend auch eine internationale Fahndung per Interpol in Gang. Eine heiße Spur gibt es offenbar noch nicht.

Der dreiste Diebstahl berührt eine empfindliche Stelle traditionsbewusster Schweden. Die aus der Ausstellung im Dom zu Strängnäs entwendeten Objekte führen mitten ins Herz der schwedischen Geschichte. Karl IX. war der Sohn von Gustav Wasa, der die Schweden einst von der Herrschaft der Dänen befreite. Als Karl IX. im Jahr 1611 starb, wurde er in Strängnäs beigesetzt.

Quelle: n-tv.de, mmo