Panorama

Kein Problem mehr mit UnfällenDieser Körper überlebt fast alles

22.07.2016, 17:15 Uhr
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Graham kann mit seinem Körper problemlos einen Verkehrsunfall überstehen. (Foto: YouTube/NewsFromWorld)

Graham hat den perfekten Körper. Zugegeben: Für eine Teilnahme in einem Modelwettbewerb reicht es wohl nicht, aber mit diesem Körperbau kann man einen schweren Verkehrsunfall überleben. Graham ist eine Puppe, für ein Verkehrsprojekt geschaffen.

Die australische Verkehrsbehörde Tac (Transport Accident Commission) hat eine ungewöhnliche Kampagne für mehr Sicherheit auf den Straßen gestartet. In Zusammenarbeit mit Medizinern und Unfallexperten hat die Künstlerin Patricia Piccinini ein lebensgroßes Modell eines Menschenkörpers geformt. Der Clou an dem Projekt: Graham – so heißt die lebensgroße Figur – kann dank seines Körperbaus problemlos einen schweren Verkehrsunfall überleben – auch bei hohen Geschwindigkeiten. Medien weltweit berichten über das Projekt.

Besonders schön ist Graham nicht. Seine Körperteile und Proportionen sind stark umformiert. Piccinini orientierte sich bei der Gestaltung des Kunstwerks an den Forschungen zu den häufigsten Verletzungen bei Verkehrsunfällen. Deswegen hat Graham einen besonders starken Hals, einen enorm großen Brustraum mit verstärkten Rippen, besonders dicke Knie und hufähnliche Füße.

Die größte Veränderung nahm die Künstlerin an Grahams Kopf vor. Er sieht aus wie ein Helm. Der Vorteil: Um das Gehirn vor Verletzungen zu bewahren, befindet sich in ihm eine Art innere Knautschzone. Im flachen Gesicht sollen dicke Fettschichten davor schützen, dass Graham sich bei einem Aufprall Gesichtsknochen wie das Jochbein bricht. Tac-Chef Joe Calafiore sagt über das Projekt: "Autos haben sich viel schneller weiterentwickelt als der Mensch."

Die Aktion soll auf die Gefahren von Verkehrsunfällen aufmerksam machen und für mehr Umsicht am Steuer werben. In Deutschland sterben jedes Jahr Tausende durch Verkehrsunfälle - im vergangen Jahr ist die Statistik auf 3475 Verkehrstote angestiegen. Dies sind 98 Todesopfer oder 2,9 Prozent mehr als 2014.

Derzeit ist die Puppe in der State Library in Victoria im australischen Melbourne zu sehen. Im Anschluss soll es eine Wanderausstellung geben.

Quelle: ntv.de, kpi

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