Panorama

Tödlicher Angriff in Florida Drei weitere Saudi-Araber filmten Schießerei

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Straßensperre der Polizei nach dem Anschlag auf einer US-Militärbasis.

(Foto: dpa)

Insgesamt sechs Saudi-Araber werden nach dem tödlichen Anschlag auf einem Militärstützpunkt in Florida festgenommen. Laut einem Medienbericht sollen drei von ihnen die Tat gefilmt haben. Der ebenfalls getötete Schütze hatte laut Bericht zudem eine große Menge Munition dabei.

Nach dem Schusswaffenangriff auf einem Militärstützpunkt in Florida werden weitere Details zu den Hintergründen und dem Ablauf der Tat bekannt. Ein Soldat der saudi-arabischen Luftwaffe hatte am Freitag drei Menschen erschossen, er selbst wurde bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Wie die "New York Times" unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, wurde die Tat von drei anderen Saudi-Arabern gefilmt. Diese sowie weitere drei Saudi-Araber seien nach der Attacke festgenommen worden.

Dem Bericht zufolge war der Schütze zudem mit einer vor Ort gekauften Pistole Glock 9mm bewaffnet. Sie war mit einem größeren Magazin ausgestattet. Außerdem habe er vier bis sechs weitere Magazine bei sich gehabt. Wie die Waffe auf das Militärgelände gelangte, ist laut Timothy Kinsella, Kommandeur des Stützpunktes, unklar. Nur Mitglieder der Sicherheitskräfte dürften Waffen mit auf den Stützpunkt bringen. Kinsella würdigte zugleich den Einsatz der Sicherheitskräfte. Es hätte noch "viel schlimmer" kommen können.

Tatort "wie an einem Filmset"

Der Angehörige der saudi-arabischen Luftwaffe hatte sich zum Training auf dem Marinefliegerstützpunkt Pensacola im Bundesstaat Florida aufgehalten. Er eröffnete am Freitagmorgen in einem Unterrichtsgebäude das Feuer. Schließlich wurde er von eintreffenden Polizisten gestellt und erschossen. Bei dem Feuergefecht wurden zwei Polizisten verletzt. Insgesamt gab es mindestens sieben Verletzte. "Durch den Tatort zu laufen war wie an einem Filmset", sagte Sheriff David Morgan. "Man erwartet nicht, dass so etwas bei einem zu Hause passiert."

Der Schütze hatte vor dem Angriff womöglich ein USA-kritisches Manifest im Internet veröffentlicht. Er sei "gegen das Böse, und Amerika als Ganzes ist zu einer Nation des Bösen geworden", erklärte der Schütze demnach bei Twitter. "Ich bin nicht gegen Euch als Amerikaner, ich hasse Euch nicht wegen Eurer Freiheiten, ich hasse Euch, weil Ihr jeden Tag Verbrechen nicht nur gegen Muslime, sondern auch gegen die Menschheit unterstützt, finanziert und begeht", zitierte SITE den Schützen, dessen Name mit Mohammed al-Schamrani angegeben wurde.

Dem Nachrichtensender ABC News zufolge prüfen Ermittler, ob der Twitter-Eintrag tatsächlich von ihm stammt. Der Account, auf dem die USA auch wegen ihrer Unterstützung für Israel kritisiert wurden und der den früheren Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden zitierte, wurde inzwischen gelöscht.

Saudischer König verurteilt Angriff

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, der saudische König Salman habe in einem Anruf sein Beileid ausgedrückt und den "barbarischen Akt" verurteilt. Verteidigungsminister Mark Esper kündigte an, er prüfe "mehrere Schritte, um die Sicherheit unserer Militäreinrichtungen und die Sicherheit unserer Streitkräfte und ihrer Familien sicherzustellen".

Auf der Militärbasis im Süden der USA sind 16.000 Militärangehörige stationiert und mehr als 7000 Zivilisten beschäftigt. Pensacola ist ein wichtiges Ausbildungszentrum der Marine und Stützpunkt einer Flugstaffel der US-Navy. Ausgebildet werden auch Hunderte ausländische Soldaten, unter anderem aus Saudi-Arabien, einem wichtigen Rüstungspartner der USA.

Erst am Mittwoch hatte ein Matrose auf dem US-Marinestützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii zwei Menschen erschossen. Der 22-jährige Angreifer nahm sich anschließend das Leben. Sein Motiv ist bislang unklar.

Quelle: ntv.de, kst/AFP