Panorama

Tote und Verletzte in Florida Saudi eröffnet Feuer auf US-Militärbasis

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Die Basis in Pensacola ist ein wichtiges Ausbildungszentrum der US-Marine.

(Foto: via REUTERS)

Erneut kommt es auf einem Stützpunkt der US-Armee zu einer Schießerei. Am Standort Pensacola in Florida feuert ein Angehöriger der saudischen Luftwaffe um sich und tötet drei Menschen. Polizisten erschießen den Angreifer. Ermittler prüfen nun einen möglichen terroristischen Hintergrund.

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf einem Militärstützpunkt in den USA zu einer tödlichen Schießerei gekommen. Nach Angaben der Behörden hat ein Soldat aus Saudi-Arabien auf dem Militärstützpunkt Pensacola in Florida am Morgen drei Menschen erschossen. Der Angehörige der saudischen Luftwaffe, der sich zum Training auf dem Stützpunkt befand, wurde bei einem folgenden Schusswechsel mit der Polizei getötet. Acht Menschen wurden verletzt.

Der Schütze eröffnete das Feuer laut Polizei in einem Schulungsraum auf dem Militärgelände. Bei dem anschließenden Feuergefecht wurde ein Polizist am Arm und ein weiterer am Knie verletzt. "Es hätte noch sehr viel schlimmer kommen können", sagte ein Navy-Vertreter. Ermittler prüfen nun einen möglichen terroristischen Hintergrund der Tat.

Vor seiner Tat hatte der Schütze die USA mit scharfen Worten kritisiert. Er sei "gegen das Böse, und Amerika als Ganzes ist zu einer Nation des Bösen geworden", erklärte der Schütze laut dem auf die Überwachung extremistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen SITE. "Ich bin nicht gegen Euch als Amerikaner, ich hasse Euch nicht wegen Eurer Freiheiten, ich hasse Euch, weil Ihr jeden Tag Verbrechen nicht nur gegen Muslime, sondern auch gegen die Menschheit unterstützt, finanziert und begeht", zitiert das Unternehmen den Schützen.

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, sagte, es werde sicherlich "viele Fragen" zu dem Umstand geben, dass der Angreifer als Angehöriger der saudischen Luftwaffe in den USA ausgebildet worden sei. Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 waren 15 der 19 Beteiligten Staatsbürger Saudi-Arabiens. Einige von ihnen hatten Flugunterricht in Florida genommen.

US-Marine tötet in Pearl Harbor drei Personen

Der Stützpunkt wurde wegen der Attacke vorübergehend abgeriegelt. Sicherheitskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Aus dem Weißen Haus hieß es, Präsident Donald Trump sei über den Zwischenfall informiert worden. Auf Twitter schrieb Trump, der saudische König Salman habe in einem Anruf sein Beileid ausgedrückt und den "barbarischen Akt" verurteilt.

Auf der Militärbasis Pensacola sind 16.000 Militärangehörige und mehr als 7000 Zivilisten stationiert. Der Standort ist unter anderem ein wichtiges Ausbildungszentrum der Marine und Stützpunkt einer Kunstflugstaffel der US-Navy. Ausgebildet werden auch Hunderte ausländische Soldaten, unter anderem aus Saudi-Arabien, einem wichtigen Rüstungspartner der USA.

Erst am Mittwoch hatte ein Angehöriger der US-Marine auf dem Militärstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii zwei Zivilangestellte getötet und sich anschließend selbst erschossen. Über die Hintergründe ist bisher zunächst nichts bekannt. Pearl Harbor ist einer der größten Stützpunkte der US Navy im Pazifik.

In den USA kommt es immer wieder zu Schusswaffenattacken auf Militärstützpunkten. Im November 2009 tötete ein US-Armeepsychiater am Stützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas 13 Menschen. Vier Jahre später erschoss ein Amokläufer auf einer Militärbasis in der Hauptstadt Washington zwölf Menschen, ehe er bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wurde. Im Juli 2015 tötete ein offenbar islamistisch motivierter Schütze an einem Rekrutierungszentrum im Bundesstaat Tennessee fünf Armeeangehörige.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP