Panorama

UN legen Bericht vor Drogenpalette wächst weiter

Der UN-Drogenbericht 2012 stellt eine kontinuierliche Verbreitung sogenannter "Designerdrogen" fest. Allein 2011 seien 49 neue Suchtmittel auf den Markt gekommen. Dabei sei deren Beschaffung oft nicht einmal illegal.

Sichergestelltes Mephedron im Zollamt München: chemische "Designerdrogen" breiten sich immer weiter aus.

Sichergestelltes Mephedron im Zollamt München: chemische "Designerdrogen" breiten sich immer weiter aus.

(Foto: dapd)

Gut jede Woche kommt in Europa eine neue Droge auf den Markt. Der rasante Anstieg neuer psychoaktiver Substanzen - als Designerdrogen, "Legal Highs" oder "Badesalzdrogen" bezeichnet - sei besorgniserregend. Das teilte der Internationale Suchtstoff-Kontrollrat (INCB) der  Vereinten Nationen in seinem Jahresbericht 2012 mit. Viele der Substanzen seien legal erhältlich und daher nur schwer kontrollierbar. Produziert würden sie in Ländern, in denen die Strafverfolgung eher lax sei. "Das Drogenproblem ist ein echtes globales Problem, das nach einer globalen Lösung verlangt", sagte der Präsident des Kontrollrates, Raymond Yans.

Zwischen 2000 und 2005 wurden den Angaben zufolge durchschnittlich fünf neue Designerdrogen pro Jahr entdeckt. 2011 waren es schon 49. Konsumenten beziehen ihre Drogen dabei immer häufiger über das Internet. Auch der Missbrauch verschreibungspflichtiger Medikamente habe stark zugenommen, vor allem in Nordamerika sowie in Süd- und Südostasien. Aber auch in einigen europäischen Ländern und Südamerika mache sich der Trend bemerkbar. Immer öfter würden legal erworbene Pillen abgezweigt und danach illegal vertrieben, warnte die Kontrollbehörde. Der INCB ist das unabhängige Gremium für die Umsetzung der Drogenkontrollabkommen der Vereinten Nationen.

Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans forderte, "dass Präventions-, Beratungs- aber auch Behandlungsangebote für alle Suchtkranken weltweit zur Verfügung stehen müssen". Deutschland unterstütze bereits Ausbildungsprogramme für Polizei und Zoll, Alternativen in Drogen-Anbauregionen und Therapie-Programme.

Weltweit größter illegaler Drogenmarkt bleiben weiterhin die USA. Etwa einer von 20 Todesfällen in Nordamerika in der Altersgruppe zwischen 15 und 64 Jahren wird den UN zufolge mit Drogenkonsum in Verbindung gebracht. In Europa habe sich der Missbrauch in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert.

In Deutschland machte zuletzt die Modedroge Crystal Meth Schlagzeilen, die vor allem aus dem Nachbarland Tschechien ihren Weg in die Bundesrepublik findet. Der Drogenschmuggel im deutsch-tschechischen Grenzgebiet habe mittlerweile "fast epidemische Ausmaße" angenommen, so der tschechische Innenminister Jan Kubice.

Quelle: n-tv.de, dpa

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