Panorama

Frau im Affekt erstochenEhemann wegen Totschlags verurteilt

22.04.2016, 12:09 Uhr
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Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie gegen das Urteil am Landgericht Leipzig Rechtsmittel einlegt. (Foto: dpa)

Ein 39-Jähriger tötet seine Ehefrau, die Kinder des Paares müssen alles mitansehen. Der Mann sei verzweifelt gewesen, sagen die Richter nun und sprechen ihn schuldig.

Vor den Augen der gemeinsamen Kinder hat ein Mann seine Ehefrau erstochen. Wegen Totschlags müsse der 39-Jährige nun sechs Jahre in Haft, entschied das Landgericht Leipzig. Die Richter folgten damit dem Antrag der Verteidigung. Das Gericht wertete die Bluttat im vergangenen September als Totschlag im Affekt. Es hielt dem Beschuldigten zugute, dass er ein umfassendes Geständnis ablegte, aufrichtige Reue zeigte und nicht vorbestraft war. Die Tat sei aus Verzweiflung geschehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen auf Mord plädiert und lebenslange Haft gefordert. Sie prüft nun, ob sie gegen das Urteil Rechtsmittel einlegt (Az: 1 Ks 301 Js 47219/15).

Zwischen dem Ehepaar hatte es schon längere Zeit Spannungen gegeben. Diese verschärften sich, als der Mann seinen Job verlor und seine Frau eine Anstellung in einem Lokal bekam. Immer öfter kam sie nach der Arbeit nicht direkt nach Hause, sondern feierte mit Kollegen. Der Mann befürchtete, dass die Ehe scheitern und er Frau und Kinder verlieren könnte.

Am Tattag machte sich die Frau nach Überzeugung des Gerichts zum Ausgehen fertig. Ihr Mann stellte sie zur Rede, wobei er sich selbst ein Messer an die Brust hielt. Als die Frau ihn als "Hund" bezeichnete und erklärte, sie "prostituiere" sich, versetzte ihr der 39-Jährige drei Stiche in Brust und Rücken. Das Opfer verblutete.

Quelle: ntv.de, hul/dpa

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