Panorama

Weisheiten im Corona-Zeitalter Einkaufen ist das neue Ausgehen

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Ich geh' einkaufen - was zieh' ich nur an?

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer seine Mitmenschen gern hat, bleibt ihnen möglichst vom Leib. In Corona-Zeiten werden so manche Gepflogenheiten und Anschauungen auf den Kopf gestellt. Heraus kommen ein paar gänzlich neue, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte Lebensweisheiten.

Abstand ist Anstand. Physische Distanz ist die neue Nähe. Pflegerinnen und Pfleger, Kassiererinnen und Kassierer sind die neuen Helden - nur mit der Bezahlung hapert es noch.

So manche Maßstäbe haben sich angesichts von Ausgangsbeschränkungen, Reiseverboten und vielen geschlossenen Restaurants und Geschäften während der Corona-Pandemie verschoben. Viele Dinge im Leben bekommen eine neue Bedeutung und sind Ersatz für das, was noch vor ein paar Wochen normal erschien. Ein paar Thesen zum Alltag - mit Augenzwinkern:

Einkaufen ist das neue Ausgehen: Was ziehe ich an? Und: Hab' ich die Haare schön? Die Fragen stellten sich einst beim Besuch im Restaurant oder Theater, nun ist dafür bei vielen nur das Einkaufengehen übrig. Immerhin dürfen in der kommenden Woche noch mehr Geschäfte öffnen.

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Sieht aus wie vor dem Berghain.

(Foto: picture alliance/dpa)

Drogeriemärkte sind die neuen In-Clubs: Türsteher-Erfahrung wie am "Berghain" in Berlin - Security-Männer mit grimmiger Miene bedeuten einem, nun rein zu dürfen. Drinnen gibt's dann Klopapier statt Koks.

Schlangestehen ist die neue Entschleunigung: Mal runterfahren und über den Sinn des Lebens nachdenken - wofür früher kaum Zeit war, ist nun vielleicht öfter mal möglich beim Schlangestehen vorm Laden.

Spazierengehen ist das neue Clubbing: Wer bewegt sich wie - und wer ist überhaupt so unterwegs? Das Abchecken und vielleicht auch Flirten ist jetzt nicht mehr im Club angesagt, sondern draußen beim Laufen.

Zunicken ist das neue Bussigeben: Weniger ist Mehr, das übertriebene Begrüßen mit Küsschen ist in Zeiten der empfohlenen und gewünschten Distanzwahrung tabu. Das Ende der Mediterranisierung Deutschlands?

Händewaschen ist das neue Mülltrennen: So akribisch wie in Deutschland gerne Abfall sortiert wird, werden nun - zweimal im Geiste "Happy Birthday" singend - die Hände geseift.

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Auch beim Mundschutz kommt es auf den Stil an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Mundschutz ist der neue Sneaker: Angesagte Sportschuhe sind begehrte Statussymbole und um limitierte Modelle kommt es auch mal zu gewaltsamen Kämpfen. Das gilt jetzt auch für Mund-Nasen-Masken.

Virologen sind die neuen Influencer: Bis vor Kurzem waren dank Instagram und Co plötzlich Leute berühmt, die nicht intelligenter erschienen als ein Brot. Jetzt sind wenigstens Mediziner populär.

Die Yogamatte ist das neue Fitnessstudio: Gyms sind zu, ab auf die Matte daheim. Wer sich jetzt nicht bewegt, wird dicker werden - und Teil der zunehmenden Vermoppelung Deutschlands.

Videoanrufe sind der neue Besuch: Untenrum was anhaben war gestern - für Videotelefonate mit Kollegen oder Freunden reicht theoretisch Bluse, Hemd oder Pulli. Der reale Kontakt fehlt vielen natürlich.

Streaming ist das neue Kino: Filmegucken in einem Saal? Ist erstmal out. Wer jetzt im Heimkino nicht alle Filme und Serien guckt, die er schon immer sehen wollte, hat den Schicksalswink nicht verstanden.

Musikmitschnitte sind die neuen Konzerte: Abgesagte Auftritte, geschlossene Clubs; alte Aufzeichnungen und neue Streams helfen vielen über die Zeit ohne Live-Events hinweg.

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Wen das Fernweh packt, der kann in Büchern schmökern.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Bildbände sind die neuen Reisen: Wer andere Länder erkunden will und sein Fernweh stillen möchte, dem bleibt bis auf Weiteres nur das Schwelgen in Bildern.

Kleinanzeigen sind das neue Bummeln: Solange viele Läden und Warenhäuser noch dicht sind, verlagert sich vieles ins Internet. Da ist stundenlanges Surfen die neue Schnäppchensuche.

Quelle: ntv.de, Gregor Tholl, dpa