Sichtungen im BöhmerwaldElch Emil ist offenbar wieder umtriebig

Nachdem er 2025 vielerorts für Aufsehen sorgte, soll sich Jungbulle Emil nun mehrmals im tschechischen Teil des Böhmerwalds gezeigt haben. Dort war er vorigen Herbst ausgesetzt worden. Die Menschen freut es. Doch auch die Bitte, ihn in Ruhe zu lassen, ertönt.
Nach einer winterlichen Unterbrechung hat wieder einmal ein Elch im tschechischen Grenzgebiet zu Bayern für Aufregung gesorgt. Das Tier sei am Wochenende im Wintersportort Zelezna Ruda (Markt Eisenstein) gesichtet worden, berichtete die tschechische Zeitung "Denik". Demnach dürfte es sich um den Jungbullen Emil handeln, der im vorigen Jahr mit seiner Wanderung durch Europa für Schlagzeilen gesorgt hatte.
"Es wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass einmal ein Elch durch unsere Stadt laufen würde", sagte der Bürgermeister von Zelezna Ruda, Filip Smola, dem Blatt. Es sei "ein Erlebnis für das ganze Leben" gewesen. Für eine Weile habe er sich allerdings Sorgen um das Tier gemacht, weil es sich entlang einer Bahnstrecke bewegt habe. Zelezna Ruda grenzt unmittelbar an die Gemeinde Bayerisch Eisenstein im niederbayerischen Landkreis Regen.
Den Elch in Ruhe lassen?
Bereits vor wenigen Tagen hatte die Bürgerinitiative "WeLoveSumava" bei Facebook ein Video gepostet, auf dem ein Elch, wahrscheinlich Emil, einen Waldrand entlangwanderte. Der Elch erscheint auf dem Video geweihlos, müsste es also demnach abgeworfen haben, was bei Jungbullen in der Regel im Frühjahr geschieht. "Gute Nachrichten aus dem Böhmerwald: Emil ist wohlauf", heißt es in dem Post und ein Herz ist beigefügt. "Er möchte reisen und unser schönes Land entdecken", schrieb ein Internetnutzer. "Man sollte seinen Aufenthaltsort nicht veröffentlichen, damit die Menschen ihn in Ruhe lassen", meinte hingegen ein anderer.
Elch Emil wurde im vorigen Herbst in Österreich nahe einer Autobahn für die Umsiedlung betäubt und am Rande des Böhmerwalds im Grenzgebiet zu Tschechien ausgesetzt. Bis dahin hatte seine Wanderung durch teils dicht besiedelte Gebiete für Schlagzeilen und einen regelrechten Hype in den sozialen Medien gesorgt. Seine Wanderung begann wahrscheinlich in Polen.
Elche wurden in Tschechien für rund 400 Jahre als ausgestorben betrachtet. Inzwischen haben sich wieder zwei kleine Populationen in Südböhmen etabliert. Tierschützer rufen dazu auf, die scheuen Tiere in Ruhe zu lassen und nicht zu bedrängen. Der Elch ist der größte lebende Vertreter der Familie der Hirsche.