Panorama

Drama an ägyptischem Strand Elf Menschen sterben bei Rettung von Kind

imago0101576197h.jpg

Wegen der Corona-Krise war der Strand bei Alexandria gesperrt - die Badenden ignorierten das Verbot.

(Foto: imago images/Panthermedia)

Ein wahres Drama spielt sich vor der Küste Ägyptens ab. Bei einem illegalen Badeausflug sterben zahlreiche Menschen an einem als gefährlich bekannten Strandabschnitt. Indirekt hat das Unglück auch mit dem Coronavirus zu tun.

Beim Versuch, einen Jungen aus dem Mittelmeer zu retten, sind vor der ägyptischen Küste mehrere Männer ertrunken. Insgesamt starben elf Menschen, wie mehrere Medien unter Berufung auf die örtlichen Behörden berichteten. Demnach war zunächst ein Junge nahe Alexandria ins Wasser gegangen und von der starken Strömung abgetrieben worden. Ein Mann versuchte, ihn zu retten, kämpfte aber alsbald selbst um sein Leben. Nach und nach wagten sich neun weitere Männer in die Fluten, die allesamt ertranken.

Die Gegend um den Strandabschnitt Palm Beach ist wegen ihrer zahlreichen Felsen und starken Strömungen als gefährlich bekannt. Pikant: Eigentlich hätten die Badenden gar nicht vor Ort sein dürfen. Denn wegen der Corona-Krise ist der Strand gesperrt. Deswegen waren auch nicht, wie sonst üblich, Rettungsschwimmer anwesend. Überdies hatten sich die Badenden erst nach Sonnenuntergang ans Wasser gewagt, wohl um nicht von der Polizei erwischt zu werden. Mehrere Leichen wurden bereits aus dem Wasser geborgen.

Die Bundesregierung stuft Ägypten weiterhin als Corona-Risikogebiet ein. Ende Juni waren in dem Land rund 70.000 Ansteckungen mit dem Coronavirus registriert worden. Etwa 1600 Tote wurden gezählt. Angesichts steigender Infektionszahlen sind die Krankenhäuser in dem nordafrikanischen Land überlastet. Das stärkste auf dem Kontinent betroffene Land ist aber Südafrika, wo rund 43 Prozent aller Fälle festgestellt wurden. Insgesamt wurden laut WHO in Afrika rund 500.000 Infektionen verzeichnet.

Quelle: ntv.de, vpe