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Zoom-Runde geht viralEngland: Publikum stört Gemeinderatssitzung

18.02.2021, 14:42 Uhr
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Ein Online-Gemeinderatssitzung in Pandemie-Zeiten wird schnell zum viralen Video. (Foto: picture alliance/dpa/PA Media)

Eine Gemeinderatssitzung in Großbritannien gerät außer Kontrolle - die Aufzeichnung wird zum viralen Hit. Bei der nächsten Sitzung sind unerwartete Zuschauer im Publikum und hoffen auf erneute Eskalation. Bis zu 3500 Menschen schalten sich zeitweise ein.

Im Dezember ist eine Online-Gemeinderatssitzung außer Kontrolle geraten und wurde zum Internet-Hype. Die nächste Sitzung des Gemeinderats lockte viele Zuschauer an - sie wollten mögliche neue Eskapaden live miterleben. Sie schalteten sich über die Videotelefonie-Software Zoom in die Online-Sitzung des Rates im beschaulichen Handforth nahe Manchester, teilweise verkleidet mit Safarihut oder Pappkarton auf dem Kopf, wie auf Screenshots zu erkennen ist. Weil sie allerdings auch mit Wortbeiträgen die Abläufe störten, stimmten die Ratsmitglieder letztlich dafür, das eingeladene Publikum stummzuschalten.

Einem BBC-Bericht zufolge sahen über Youtube zeitweise mehr als 3500 weitere Menschen zu. In sozialen Netzwerken hatte sich kürzlich halb Großbritannien über das Video der aus dem Ruder gelaufenen Online-Gemeinderatssitzung amüsiert. Gut ein halbes Dutzend überwiegend älterer Herrschaften lieferte sich dort im Dezember ein Wortgefecht, wie man es sonst nur aus Reality-Show-Formaten kennt. "Sie haben hier nichts zu sagen, Jackie Weaver, überhaupt nichts zu sagen!", ereifert sich darin ein älterer Herr, der sich in der Schalte als Kassenwart zu erkennen gibt - was aber von anderen bestritten wird. Weaver, eine ebenfalls nicht mehr ganz junge Frau mit grauem, schulterlangem Haar, ist die eigentliche Heldin des Videos - die ihre Kritiker teils per Mausklick erledigt und aus dem Meeting hinauswirft. Bei der Neuauflage der Sitzung war Weaver nicht dabei.

Bei der letzten Sitzung zeigten sich angespannte Meinungsverschiedenheiten über die Ereignisse der Sammlung des Cheshire-Rates im Dezember. Stadtrat John Smith bot eine langwierige Verteidigung von Frau Weaver und beschrieb die Kommentare des Vorsitzenden Brian Tolver und anderen ihr gegenüber als "beleidigend". Als Antwort sagte Herr Tolver: "Ich habe viel zu bestreiten in dem, was Stadtrat Smith gerade gesagt hat. Ich möchte nicht alle langweilen, aber er lag in so ziemlich jedem Punkt, den er ansprach, falsch."

Quelle: ntv.de, cls/dpa

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