Panorama

2018 im Niger verschleppt Entführter Deutscher kommt nach fast fünf Jahren frei

Der Niger teilt im Westen eine lange Grenze zum Krisenstaat Mali, wo die Bundeswehr an der UN-Mission Minusma beteiligt ist.

Der Niger teilt im Westen eine lange Grenze zum Krisenstaat Mali, wo die Bundeswehr an der UN-Mission Minusma beteiligt ist.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er stellte sein Leben "in den Dienst der Humanitären Hilfe", dann wurde Jörg Lange 2018 im Niger verschleppt. Viereinhalb Jahre muss der Entwicklungshelfer bei seinen Entführern ausharren. Nun kann er seine Familie endlich wieder in die Arme schließen.

Mehr als vier Jahre nach der Entführung eines Entwicklungshelfers der deutschen Hilfsorganisation Help im Niger hat diese die Freilassung des 63-Jährigen bestätigt. Laut der "Bild"-Zeitung haben die Entführer aus dem Umfeld der Terrorgruppe Islamischer Staat (ISIS) den 63-Jährigen an marokkanische Vermittler übergeben. "Wir sind sehr erleichtert und dankbar, dass unser Kollege Jörg Lange nach über viereinhalb Jahren wieder zu seiner Familie zurückkehren kann", erklärte der Verein Help - Hilfe zur Selbsthilfe in Bonn.

Help-Geschäftsführerin Bianca Kaltschmitt dankte allen, "die an dieser Freilassung mitgewirkt oder dabei unterstützt haben, insbesondere dem Krisenstab des Auswärtigen Amts, dem Bundeskriminalamt und weiteren beteiligten deutschen Behörden sowie Behörden und Freunden in Mali, Niger und Nachbarländern".

Bewaffnete Dschihadisten aktiv

Lange war Help-Landesdirektor für den Niger, als er am 11. April 2018 in dem westafrikanischen Sahel-Staat verschleppt worden war. Für seine Freilassung sollen die Täter zu Beginn angeblich 20 Millionen US-Dollar gefordert haben.

Der Ingenieur habe sein Leben "in den Dienst der Humanitären Hilfe gestellt", hieß es in der Help-Mitteilung. Seine mehr als drei Jahrzehnte währende Arbeit für Menschen in Not sei für ihn "Berufung und Beruf". Langes Entführung hatte sich in der westlichen Region Tillaberi ereignet. In der Grenzregion zu Mali waren damals bewaffnete Dschihadisten aktiv.

Der Niger teilt im Westen eine lange Grenze zum Krisenstaat Mali, wo die Bundeswehr an der UN-Mission Minusma beteiligt ist. In der Gegend agieren zahlreiche islamistische Gruppen, die immer wieder Menschen entführen, um so an Geld für ihre Kämpfe zu gelangen. Ende November hatte die Bundesregierung mitgeteilt, dass sich die Bundeswehr bis Mai 2024 aus dem UN-Einsatz Minusma in Mali zurückziehen wird.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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