Panorama

Mitten im Prozess Entführungsopfer wohl erneut entführt

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Eigentlich hätte der Mann am Freitag als Zeuge vor dem Wuppertaler Landgericht aussagen sollen.

(Foto: dpa)

Vor drei Jahren wird ein Kioskbesitzer aus Wuppertal entführt und erst nach der Zahlung von Lösegeld wieder freigelassen. Derzeit wird dem mutmaßlichen Entführer der Prozess gemacht. Als das Entführungsopfer vor Gericht aussagen soll, verschwindet es erneut.

Ein Entführungsopfer ist mitten im Prozess um die Tat möglicherweise erneut entführt worden. Der Mann, der im Juni 2015 entführt wurde und kurze Zeit später nach der Zahlung von 25.000 Euro Lösegeld wieder freikam, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wuppertal derzeit verschwunden. Das erklärte ein Sprecher der Behörde am Freitag am Rande des laufenden Prozesses am Landgericht Wuppertal. An dem Tag sollte das Entführungsopfer als Zeuge aussagen. "Es laufen umfangreiche polizeiliche Maßnahmen", sagte der Staatsanwalt. Neue Informationen lagen dem Staatsanwalt nicht vor.

Wo der Mann zuletzt gesehen wurde und ob es Spuren gibt, wollte der Staatsanwalt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Laut dem WDR ist der Mann am späten Donnerstagabend aus seinem Kiosk in Wuppertal verschwunden. Demnach hat eine Augenzeugin gesehen, wie drei Männer ihn aus dem Kiosk holten. In einem Hinterzimmer des Geschäfts soll Blut auf dem Boden gewesen sein, hätten Menschen aus dem Umfeld berichtet.

Prozess kann fortgesetzt werden

Der Prozess am Landgericht Wuppertal kann nach Angaben der Richter trotz des Verschwindens weitergehen, weil der Angeklagte bereits gestanden habe. Nächster Verhandlungstermin ist der kommende Freitag. 

Angeklagt ist ein 40-jähriger Deutscher, der nach langer Suche mit internationalem Haftbefehl im Januar 2019 in Polen festgenommen wurde. Ihm wird Menschenraub und Erpressung vorgeworfen. Er hatte vom Bruder des Opfers 70.000 Euro Lösegeld gefordert, der laut WDR nach einem Drogendeal eben diese Summe an Schulden bei dem Angeklagten hatte.

Das Entführungsopfer wurde laut Anklage mit Kabelbindern gefesselt und in einem Auto von Mönchengladbach in die Niederlande und zurück gefahren. Nach der Zahlung von 25.000 Euro sei der Mann wieder freigekommen.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa

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