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Auf Bastelstunde folgt Prozess Erbauer von Blitzer-Attrappe freigesprochen

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Mit diesem selbstgebasteltem Blitzer wollte der Anwohner Raser vor seiner Haustür abschrecken

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein 36-jähriger Mann aus Köln wohnt mit seiner Familie an einer scharfen Doppelkurve. Damit sich Raser endlich an das Tempolimit halten, stellt der Mann eine selbstgebaute Blitzer-Attrappe auf. Der Fall landet vor Gericht und endet nun mit einem Freispruch.

Ein wegen Amtsanmaßung angeklagter Tischler, der mit einer selbstgebastelten Blitzer-Attrappe in seinem Kölner Stadtviertel Tempo 30 durchsetzen wollte, ist freigesprochen worden. Der 36-Jährige hatte mit seinen Kindern eine Blitzer-Attrappe gebastelt, weil er vor seinem Haus Tempo 30 durchsetzen wollte.

Die Kölner Amtsrichterin konnte die Aktion sogar nachvollziehen. Sie sagte aber auch, dass das Aufstellen der Attrappe tatsächlich eine Amtsanmaßung darstelle. Trotzdem stellte die Richterin das Verfahren gleichwohl ohne Auflagen ein, weil der Angeklagte offenbar nicht gewusst habe, dass seine Handlung verboten war - und weil er niemandem schaden wollte. Der Mann muss lediglich seinen Anwalt bezahlen. Ein Autofahrer hatte den 36-Jährigen im April wegen Amtsanmaßung angezeigt.

"Meine Kinder hatten Angst, über die Straße zu gehen"

Der Mann hatte die Blitzer-Attrappe an seinem Haus aufgestellt. Vor Gericht räumte der Angeklagte ein, dass er die Attrappe an einem Samstagnachmittag im Jahr 2015 mit seinen heute neun und elf Jahre alten Kindern gebastelt habe. "Da habe ich mir gedacht: Mache ich mir mit meinen Kindern doch einen schönen Bastelnachmittag", so der 36-Jährige.

Zuvor hatte er laut Angaben vor Gericht mehrmals Stadt und Polizei kontaktiert und um Geschwindigkeitskontrollen gebeten - auch weil sich in der Nähe ein Kindergarten, eine Gesamtschule und ein Naherholungsgebiet befänden. "Ich wollte den Leuten nur ins Bewusstsein rufen, dass hier Tempo 30 ist. Mein Ziel war es nicht, Amtshandlungen zu untergraben", rechtfertigte sich der Angeklagte.

Quelle: ntv.de, jsc/dpa