Panorama

Tote von Königs Wusterhausen Ermittler finden Abschiedsbrief

Zwei Erwachsene und drei Kinder sind tot. Offenbar starben sie alle gewaltsam. Was genau in dem Einfamilienhaus in Senzig südlich von Berlin geschah, ist weiter offen. Ermittler haben nun aber womöglich eine erste Spur.

Im Fall der fünf in einem Haus südlich von Berlin gefundenen Toten sieht es nicht so aus, als sei ein Außenstehender für die Tat verantwortlich. "Es gibt derzeit keinen Tatverdacht gegen eine dritte Person", sagte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon zu RTL. "Es gibt keinen Haftbefehl gegen jemanden." Bantleon erklärte weiter, es sei ein Abschiedsbrief gefunden worden. Über den Inhalt konnte er noch nichts sagen.

Am Samstagmittag hatten Zeugen in dem Haus im Ortsteil Senzig leblose Menschen gesehen und die Polizei alarmiert. Beamte fanden die fünf Toten mit Schuss- und Stichverletzungen. Die beiden Erwachsenen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus und der Polizeidirektion Süd 40 Jahre alt.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Deutschlandweites Info-Telefon Depression, kostenfrei: 0800 33 44 5 33

  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der Deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Derweil ist der Schock in Königs Wusterhausen im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald groß. Auf einem bunt bemalten Blatt Papier, das am Zaun des betreffenden Einfamilienhauses hängt, steht in Kinderschrift: "Du tanzt nun im Himmel auf einem Regenbogen. Dein Leon". Daneben baumeln zwei Stofftiere. In dem Wohnhaus im Ortsteil Senzig hatte die Polizei am Vortag fünf Leichen entdeckt - darunter drei Kinder im Alter von vier, acht und zehn Jahren. Was hinter dem Verbrechen steckt, ist noch unklar. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.

Königs Wusterhausen hat knapp 40.000 Einwohner. Senzig war früher eine eigenständige Gemeinde. Der Ort liegt zwischen Feldern und Seen - eine ruhige Idylle mit vielen Einfamilienhäusern.

Anwohner hörten Schuss

Noch am Abend hatten Anwohner eine Kerze vor dem Haus aufgestellt. Auf die Frage, ob sie die Toten kannten, antwortet ein Mann: "Das hier ist ein Dorf - man kennt sich." Eine Frau, die ihr Rad schiebt, sagt: "Das ist schon schlimm, was hier passiert ist." Die Familie sei erst vor ein paar Jahren hergezogen. Zwei weitere Anwohner, die nur wenige Häuser von dem Wohnhaus entfernt wohnen, berichten, sie hätten vor einigen Tagen einen Schuss gehört. "Das muss aus einer Schusswaffe gekommen sein. Das waren keine Silvesterkracher", sagt der junge Mann.

Spekulationen kursieren, die Bewohner hätten sich in Corona-Quarantäne befunden. Bei den Kindern soll es sich um drei Mädchen gehandelt haben. Laut der "Bild"-Zeitung sollen die Erwachsenen Lehrer gewesen sein. Die Ermittler wollen diese Angaben nicht bestätigen.

Die Spurensicherung sei die ganze Nacht vor Ort gewesen, sagt ein Polizeisprecher am Sonntag. Anwohner und Bekannte aus dem näheren Umfeld der Toten werden befragt, die Leichen werden von der Rechtsmedizin untersucht. Am Abend wurde ein kleiner Hund aus dem Haus geholt und in ein Tierheim gebracht.

Der Landrat des Kreises Dahme-Spreewald drückte den Angehörigen und Bekannten der Opfer sein tiefes Mitgefühl aus. Die Nachricht von den fünf Todesfällen habe ihn "fassungslos und traurig gemacht", wurde Stephan Loge in einer Mitteilung zitiert. "Die Tat ist unfassbar." Es blieben Fragen offen für Angehörige und Freunde. "Ob morgen auf Arbeit, in der Schule oder in der Kita, hier wird die große und traurige Lücke offensichtlich, welche die Nachricht seit Samstag reißt", so Loge.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen