Panorama

Verdächtige weiter in Gewahrsam Ermittler vermuten Beziehungstat in Utrecht

imago90218766h.jpg

Nicht nur niederländische Beamte untersuchen die Geschehnisse von Utrecht. Auch der türkische Geheimdienst ermittelt.

(Foto: imago images / Hollandse Hoogte)

Die Ermittlungen nach der Schießerei im niederländischen Utrecht konzentrieren sich auf einen in der Türkei geborenen Hauptverdächtigen. Er soll ein langes Vorstrafenregister haben. Aussagen aus dem Umfeld des Verdächtigen untermauern derweil den Verdacht einer Beziehungstat.

Einen Tag nach den Schüssen in einer Straßenbahn in Utrecht haben der Bürgermeister der Stadt und die Polizei widersprüchliche Angaben zur angeblichen Freilassung von zwei Verdächtigen gemacht. Nach Angaben der Polizei sind weiterhin drei Verdächtige in Gewahrsam. Die Polizei widersprach damit Bürgermeister Jan van Zanen, der zuvor gesagt hatte, zwei Verdächtige seien freigelassen worden.

Derweil konzentrieren sich die Ermittlungen vor allem auf den Hauptverdächtigen Gökmen T., der am Vorabend bei einer Wohnungsdurchsuchung in Utrecht festgenommen worden war. Bei der Polizei war er bereits durch andere Delikte aus der Vergangenheit bekannt gewesen. "Wir wissen relativ viel über ihn", sagte Rutker Jeuken vom Innenministerium. Medienberichten zufolge hat T. ein langes Vorstrafenregister, wurde demnach unter anderem wegen versuchten Mordes verurteilt und stand zuletzt wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs vor Gericht.

Vieles spricht für Beziehungstat

Ein Staatsanwalt sagte nach der Festnahme des 37-Jährigen, die Tat könnte einen familiären Hintergrund haben. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete unter Berufung auf Angehörige des Tatverdächtigen, dieser habe auf eine Verwandte geschossen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte in einem TV-Interview, der Geheimdienst untersuche, ob der Mann aus persönlichen Motiven gehandelt habe oder ob es sich um einen Terrorakt handle. Die niederländischen Behörden senkten am Abend die auf die höchste Stufe angehobene Terrorwarnung wieder.

Die Tat ereignete sich in einem ruhigen Wohnviertel am Stadtrand, in dem viele Migranten leben. Die Zeitung "Algemeen Dagblad" zitierte einen Zeugen, der Schütze habe in der Straßenbahn auf eine Frau geschossen. Als andere Fahrgäste ihr zur Hilfe eilen wollten, habe der Täter auch auf sie geschossen.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/rts

Mehr zum Thema