Sie war regelmäßig vor OrtErste Schule soll nach Margot Friedländer benannt werden

Als Margot Friedländer mit 88 Jahren zurück nach Deutschland zieht, beschließt sie, ihre Geschichte als Holocaust-Überlebende zu erzählen. Immer wieder ist sie dafür auch in Schulen. Knapp ein Dreivierteljahr nach Friedländers Tod könnte die erste Bildungseinrichtung bald ihren Namen tragen.
Eine Berliner Schule wird nach der verstorbenen Holocaust-Zeitzeugin Margot Friedländer benannt. Das Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Gatow habe als erste Schule in Deutschland die Namensrechte von der Margot Friedländer Stiftung erhalten, teilte ein Sprecher der Stiftung mit.
Nach Angaben des Schulleiters Henning Rußbült beschloss die Schulkonferenz am vergangenen Freitag einstimmig die Umbenennung. Das Bezirksamt Spandau muss demnach noch zustimmen. Das gilt jedoch als Formalie. Wann genau die Schule den neuen Namen erhält, ist noch offen.
Die 1921 geborene Margot Friedländer setzte sich jahrzehntelang für Aussöhnung und Menschlichkeit ein und war Anfang Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben. Sie stammte aus einer jüdischen Familie und wurde von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Nach der Befreiung 1945 ging sie mit ihrem Mann ins Exil in die USA.
Erst mit 88 Jahren zog Margot Friedländer zurück nach Berlin und erzählte ihre Geschichte als Zeitzeugin unter anderem in Schulen. Das tat sie auch in dem Berliner Gymnasium, das bald ihren Namen tragen soll. "Margot Friedländer hat seit 2011 regelmäßig mit unseren Schülerinnen und Schülern über den Holocaust und ihre persönliche Lebensgeschichte gesprochen", erzählte Schulleiter Rußbült. Friedländers eindringlichster Appell gegen Ende ihres Lebens war: "Seid Menschen." Beigesetzt ist sie auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.