Panorama

ISS-Astronautin im Visier Erstes Verbrechen vom All aus begangen?

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Anne McClain war von März bis Juni an Bord der internationalen Raumstation ISS.

(Foto: dpa)

Die ISS kreist in rund 400 Kilometern Höhe über der Erde. Diese Distanz reicht offenbar aber nicht aus, um von irdischen Problemen Abstand zu nehmen. Eine Astronautin wird nun verdächtigt, von der Raumstation aus ein Verbrechen begangen zu haben. Es wäre der erste Fall von Weltraum-Kriminalität.

Eine Nasa-Astronautin soll von der internationalen Raumstation ISS aus illegalerweise auf das Bankkonto ihrer Ex-Partnerin zugegriffen haben. Wie die "New York Times" berichtete, könnte es sich dabei um den ersten Vorwurf eines Verbrechens vom Weltraum aus handeln. Demnach gab Anne McClain, die im Juni nach einem sechsmonatigen Aufenthalt im All auf die Erde zurückgekehrt war, gegenüber Ermittlern zu, auf besagtes Konto mit dem ihr bekannten Passwort zugegriffen zu haben.

Der Fall ist Teil einer Art Rosenkrieg zwischen McClain und ihrer Ex-Partnerin. Die beiden hatten laut "New York Times" 2014 geheiratet. Vier Jahre später reichte die Ex-Partnerin die Scheidung ein. McClain habe sich eigenen Angaben zufolge vergewissern wollen, dass mit den - noch immer miteinander verwobenen - Finanzen des Ex-Paares alles in Ordnung ist, schrieb das Blatt. Die Sache flog dann auf, weil die Bank auf Nachfrage der Ex-Partnerin herausfand, dass Zugriffe auf das Konto von einem Nasa-Netzwerk vorgenommen worden waren - und zwar in der Zeit, in der McClain sich im All befunden hatte.

Der Zeitung zufolge gibt es keine Anhaltspunkte, dass Geld auf dem Konto abhanden gekommen ist. Die ehemalige Partnerin McClains aber beschuldigte die Astronautin, sie habe Identitätsdiebstahl begangen. In einer anderen Beschwerde gegenüber der Nasa heißt es, dass McClains Zugriff auf das Konto vielmehr dazu gedient habe, Argumente dafür zu sammeln, ihrer Ex das Sorgerecht für deren Sohn streitig zu machen. Die Untersuchungen dauern an.

Astronauten auf der ISS können in ihrer Freizeit grundsätzlich ganz normal im Netz surfen, erläuterte Andreas Schütz, Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Auch Videotelefonate mit der Familie seien möglich. Auf dem Außenposten der Menschheit gebe es rund um die Uhr Empfang. Die Verbindung werde genutzt, um Betriebs- und Forschungsdaten zur Erde zu übertragen, sagte Schütz. Die ISS-Besatzung bekomme bestimmte Zeiten vorgegeben, in denen sie das Internet privat nutzen kann.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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