Panorama

Haftbefehl gegen 19-Jährigen Erzieher soll Kleinkind missbraucht haben

imago0100724130h.jpg

Wegen Fluchtgefahr erließ die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den angehenden Erzieher.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Über Hinweise eines Internet-Dienstleisters kommt das Bundeskriminalamt einem mutmaßlichen Missbrauchstäter aus Chemnitz auf die Spur. Über Fotos und Videos identifizieren die Ermittler einen 19-Jährigen, der sich zum Erzieher ausbilden lässt - und ein einjähriges Kind sexuell misshandelt haben soll.

Ermittler haben in Chemnitz einen 19-Jährigen wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs eines Kleinkindes festgenommen. Der Mann, der eine Ausbildung zum Erzieher macht, soll im vergangenen Jahr in mindestens zwei Fällen ein damals einjähriges Kind schwer sexuell missbraucht haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilte. Zudem soll er Bilder und Videos des sexuellen Missbrauchs des Kindes erstellt und weitere Fotos, die sexuellen Missbrauch dokumentieren, besessen haben.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen am Dienstag in Chemnitz beschlagnahmten die Ermittler unter anderem drei Telefone, einen Laptop und weitere Beweismittel. Zudem wurden zwei weitere Wohnungen in Chemnitz und im Landkreis Mittelsachsen sowie eine Kinderbetreuungseinrichtung in Chemnitz durchsucht. Dadurch konnte laut Generalstaatsanwaltschaft die Identität des missbrauchten Kleinkindes eindeutig geklärt werden.

Der anfängliche Verdacht, dass die Tat in einem Kindergarten begangen worden sein könnte, bestätigte sich bislang nicht. Der Beschuldigte selbst konnte demnach anhand besonderer Körpermerkmale auf Bildern und Videos zweifelsfrei identifiziert werden. Gegen den 19-Jährigen wurde am Mittwoch wegen bestehender Fluchtgefahr Haftbefehl erlassen.

Auslöser der Ermittlungen waren demnach Hinweise eines Internet-Dienstleisters an die gemeinnützige US-Organisation "National Center for Missing and Exploited Children" (NCMEC), die die Erkenntnisse wiederum an das Bundeskriminalamt weiterleitete. Die Zentralstelle Cybercrime Sachsen übernahm dann die Ermittlungen. Es gebe bisher keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal von Bergisch-Gladbach und den dort ermittelten Spuren, in denen bislang mindestens 30.000 Hinweise auf tatverdächtige Personen ermittelt wurden.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP