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Sodexo will Kranke entschädigen Es war das Erdbeerkompott

Seit zehn Tagen rätseln Mikrobiologen, was die bisher größte lebensmittelbedingte Krankheitswelle in Deutschland ausgelöst hat. Nun gibt es eine heiße Spur: Grießbrei mit Erdbeerkompott. Die Erdbeeren kommen offenbar von weither.

Tiefgefrorene Erdbeeren haben wahrscheinlich den massenhaften Brechdurchfall in Ostdeutschland mit mehr als 11.000 Erkrankten ausgelöst. Diesen Verdacht gab das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bekannt. "Wir sind bei den Ermittlungen einen großen Schritt vorangekommen", sagte auch Holger Eichele, Sprecher des Bundesministeriums für Ernährung.

Aus Kreisen der Lebensmittelfahnder hieß es, die verdächtigen Erdbeeren stammten vermutlich aus China. Ein Großhändler habe sie tiefgekühlt an Großküchen der Firma Sodexo mit Sitz im hessischen Rüsselsheim und zwei weiteren Anbietern von Schul- und Kantinenessen geliefert. Das sei eine sehr heiße Spur.

Caterer will Erkrankte entschädigen

Sodexo teilte unterdessen mit, man werde die Erkrankten entschädigen. "Wir entschuldigen uns in aller Form bei den betroffenen Kindern und Familien und hoffen, dass es allen Kindern inzwischen wieder gut geht", teilte Sodexo mit. Nach Bekanntwerden der Epidemie vor einer Woche hatte der Caterer die Verantwortung noch vehement zurückgewiesen.

Bereits nach Bekanntwerden der ersten Erkrankungen habe es bei firmeninterne Ermittlungen Indizien gegeben, dass Tiefkühl-Erdbeeren als mögliche Ursache in Betracht kommen, heißt es nun in der schriftlichen Mitteilung des Unternehmens. Diese seien daraufhin vorsorglich und unverzüglich in allen Sodexo-Küchen "gesperrt" worden.

Noroviren unter Verdacht

Zu den Infektionen sei es wahrscheinlich in Einrichtungen gekommen, die diese Tiefkühlware vor dem Servieren als Nachspeise nicht vollständig erhitzt hätten, hieß es von Ermittlern. Wenn gefrorene Erdbeeren nur aufgetaut oder zu schwach erhitzt würden, könnten nicht alle Keime sicher abgetötet werden. Noroviren gelten zum Beispiel als besonders kälteresistent und hitzebeständig.

Sie waren auch von Anfang an im Visier der Mikrobiologen. Die unterschiedliche Art des Auftauens könnte nach Angaben der Ermittler erklären, warum es in einigen Einrichtungen zum Brechdurchfall kam, in anderen aber nicht. Für die weiteren Ermittlungen ist die gesamte verdächtige Erdbeerware bereits gesperrt worden - oder sie wird gerade zurückgerufen.

In Ostdeutschland sind nach den jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts bisher rund 11.200  Menschen an Brechdurchfall erkrankt, vorwiegend Kinder und Jugendliche. Bis auf Sachsen ist die Welle nach einem Höhepunkt zwischen dem 25. und 28. September aber wieder abgeebbt. Bei den meisten Patienten in Ostdeutschland verlief die Infektion unkompliziert. 32 Patienten kamen allerdings in ein Krankenhaus, die meisten - insgesamt 19 - in Brandenburg. Das RKI wertet den Ausbruch insgesamt als die bisher größte lebenmittelbedingte Krankheitswelle in Deutschland.

Aus Sachsen wurden seit Mittwoch 220 neue Brechdurchfall-Fälle gemeldet. Dort beginnen die Schulferien erst am 22. Oktober. In Berlin und Brandenburg sind bereits seit einer Woche Ferien.

Quelle: n-tv.de, hvo/dpa

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