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Der Fall Kavanaugh Eskapaden gehören an US-Eliteschulen dazu

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Brett Kavanaugh besuchte Anfang der 80er-Jahre die Jesuitenschule Georgetown Preparatory für Jungen.

(Foto: AP)

"100 Fässer oder hops" - dieses Gelöbnis schreibt Richter Kavanaugh in sein Jahrbuch. So viele Bierfässer sollten es bis zum Abschluss an seiner Schule in den 1980er-Jahren sein. Ein Anspruch, den er mit vielen Absolventen von US-Elitenschulen teilt.

Wohlstand, Bildung und exklusive Sauforgien: Die Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe gegen den Richterkandidaten Brett Kavanaugh rücken nicht nur seine eigene Vergangenheit in den Fokus der Öffentlichkeit, sondern gewähren auch einen schockierenden Einblick in die Welt der US-Eliteschulen. Als Kavanaugh Anfang der 80er-Jahre die Jesuitenschule Georgetown Preparatory für Jungen besuchte, öffnete ihm dies den Weg an die renommierte Universität Yale. Und den Eintritt in ein elitäres Partynetzwerk.

Jahrbücher aus dieser Zeit zeugen von der rowdyhaften Feierkultur, die damals herrschte. Die Jugendlichen hatten genug Geld, um es mit vollen Händen auszugeben, und ihre eigenen Autos, um regelmäßig Ausflüge zum Strand zu machen, bei denen Jungen und Mädchen sich bis zur Besinnungslosigkeit betranken. Häufig wurde am Wochenende in Abwesenheit der Eltern auf den Anwesen in den Vororten Washingtons gefeiert.

Kavanaugh beschrieb sich in seinem Jahrbuch als "Schatzmeister" des "Fass-Stadt-Clubs" und fügte hinzu: "100 Fässer oder hops" - ein Verweis auf das Gelöbnis einiger seiner Klassenkameraden, bis zum Schulabschluss 100 Fässer Bier zu trinken. Sein Freund Mark Judge schrieb später ein Buch über seine Alkoholabhängigkeit, die ihren Ursprung in Georgetown Prep habe. Die Schülerin einer benachbarten Mädchenschule bezeichnete "Ohnmacht" ironisch als das beliebteste Trinkspiel.

"Was in Georgetown Prep passiert, bleibt in Georgetown Prep", sagte Kavanaugh 2015 in einer Rede und beschwor damit die Verschwiegenheit der Alumni über ihre Zeit an der Eliteschule. Zu ihnen gehören Abgeordnete und Senatoren, Mitglieder der Kennedy-Familie und auch der letzte Richter, der für das oberste Gericht der USA nominiert wurde: Neil Gorsuch.

Die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford wirft Kavanaugh vor, sie im Sommer 1982 als Schülerin sexuell belästigt zu haben. Der Richterkandidat soll im betrunkenen Zustand Ford auf ein Bett geworfen und sich auf sie gelegt haben. Sie habe Angst gehabt, dass er sie vergewaltigen könnte. Als sie um Hilfe rief, hielt er ihr den Mund zu. Sie habe gefürchtet, "Brett könnte mich versehentlich töten", sagte Ford bei einer Anhörung im Justizausschuss des US-Senats. Während des Übergriffs war Mark Judge anwesend. Ford konnte sich aus der Situation befreien.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP

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