Panorama

Auslieferung an die USA Ex-Fußballer soll Kokain geschmuggelt haben

RTR2I1OP.jpg

Jhon Viáfara (l.) im Dress der kolumbianischen Nationalmannschaft.

(Foto: REUTERS)

Als Fußballprofi kickte Jhon Viáfara für den FC Portsmouth und Real Sociedad. Nun sitzt der Kolumbianer in den USA im Gefängnis. Der ehemalige Sportler habe als Kartellmitglied große Mengen Kokain in die Staaten geschleust, so der Vorwurf.

Der ehemalige kolumbianische Fußball-Nationalspieler Jhon Viáfara ist wegen des Verdachts des Drogenschmuggels von seinem Heimatland an die USA ausgeliefert worden. Dem defensiven Mittelfeldspieler, der in seiner Karriere auch in England und Spanien spielte, wird vorgeworfen, als Mitglied des berüchtigten Drogenkartells Cal del Golfo 2,5 Tonnen Kokain in die Vereinigten Staaten geschmuggelt zu haben. 

Viáfara, der aufgrund eines US-Haftbefehls bereits im vergangenen März in Kolumbien mit vier weiteren Personen festgenommen worden war, beteuert seine Unschuld. Der 41-Jährige soll von den US-Behörden zuvor drei Jahre beobachtet worden sein.

Mit dem kolumbianische Fußballverein Once Caldas gewann Viáfara 2004 die Copa Libertadores, die südamerikanische Version der Champions League. Der Mittelfeldspieler absolvierte 34 Partien für die kolumbianische Nationalmannschaft und spielte in Europa für Portsmouth, Southampton und Real Sociedad. Im Sommer 2015 beendete er seine Karriere.

Das Kartell Cal del Golfo ist eines der mächtigsten Verbrechersyndikate Kolumbiens und vor allem im Nordwesten des Landes aktiv. Gegründet wurde es von rechtsgerichteten Paramilitärs Anfang der 2000er Jahre. Der Gruppe werden enge Kontakte zum mexikanischen Sinaloa-Kartell nachgesagt.

Ein Großteil des kolumbianischen Kokains wird in die USA geschmuggelt. Die Zahl derer, die an einer Drogen-Überdosis in Verbindung mit Kokain gestorben sind, stieg dort von 2014 bis 2017 um fast 160 Prozent. Die Zahl der Kokainnutzer stieg im selben Zeitraum um 40 Prozent auf 2,2 Millionen. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt den Druck auf Kolumbien erhöht, den illegalen Handel zu stoppen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa