Panorama

Brand im Berliner Grunewald Experte: Munition auf Sprengplätzen räumen

Haben nicht sachgemäß entsorgte Kampfmittel den Brand im Berliner Grunewald ausgelöst? Noch ist die Ursache nicht zweifelsfrei gefunden, doch Experten kritisieren bereits die fehlenden Mittel für die Räumung der Wälder. Indes fordert die Feuerwehr besseres Einsatzgerät.

Angesichts des Brandes im Berliner Grunewald haben Experten Versäumnisse bei der Kampfmittelräumung und Brandbekämpfung in Deutschland kritisiert. "Kampfmittelräumung ist Ländersache, jeder kocht da sein eigenes Süppchen", sagte Jürgen Plum von der deutschen Güteschutzgemeinschaft Kampfmittelräumung den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Zudem scheitere die Kampfmittelbeseitigung oft an den Kosten.

"Um Wälder zu räumen, ist kein Geld mehr da", sagte Plum. "Aber bei Sprengplätzen aus der Nachkriegszeit sollte man noch einmal nachdenken, diese nicht doch mal zu bereinigen. Denn dort wurde nach dem Krieg in großem Maße und unsachgemäß Munition vernichtet, indem sie zusammengetragen und einfach gesprengt wurde. Allerdings flog das Material dabei eher in der Gegend herum und wurde nicht unschädlich gemacht."

Der Deutsche Feuerwehrverband warnte derweil vor den Gefahren bei der Brandbekämpfung auf kampfmittelbelasteten Flächen. "Eigentlich brauchen wir Löschpanzer, also ein geschütztes Löschfahrzeug", sagte Ulrich Cimolino vom Feuerwehrverband den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. "Deutschland hat keinen einzigen." Überhaupt würden Konzepte zur Brandbekämpfung fehlen - und das bei einer immer höheren Waldbrandgefahr in ganz Deutschland.

Explosionen auf einem Sprengplatz der Polizei im Berliner Grunewald hatten zu einem Großbrand in dem Forstgebiet im Westen der Bundeshauptstadt geführt. Die Brandbekämpfung war angesichts der Detonationen äußerst schwierig. Das Feuer war am frühen Donnerstagmorgen ausgebrochen. Noch vor Sonnenaufgang waren Explosionen zu hören, auf dem Sprengplatz und um ihn herum loderten Flammen.

Der Brand weitete sich im Lauf des Tages in dem knochentrockenen Waldgebiet noch deutlich aus. Der Einsatz eines mit Kameras ausgestatteten und ferngesteuerten Spezialroboters der Bundeswehr, mit dem die Lage auf dem Sprengplatz erkundet werden sollte, musste am Abend abgebrochen werden.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa

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