Panorama

Seilbahnunglück mit 14 Toten Experte rätselt über Seilriss

242814459.jpg

(Foto: picture alliance/dpa/Vigili del Fuoco Firefighters/AP)

An einem steilen Berghang, zwischen umgeknickten Bäumen liegt eine völlig zusammengequetschte Seilbahn-Gondel. An Pfingsten war sie in Norditalien abgestürzt. Das Seil der Gondel war abgerissen - eigentlich das sicherste Bauteil einer Seilbahn. Auch unser Experte ist ratlos.

Mit der Seilbahn in zwanzig Minuten vom Lago Maggiore hoch auf den Berg Mottarone. Ein schöner Ausflug, der mit einer tollen Aussicht belohnt wird. Eigentlich komplett ungefährlich, doch an Pfingstsonntag haben 14 Menschen bei so einem Ausflug ihr Leben verloren: Das Zugseil ihrer Gondel war plötzlich gerissen. Die Kabine raste in Richtung Tal, knallte gegen einen Mast und stürzte in die Tiefe.

Eigentlich gibt es für solche Fälle eine Notbremse. Die hat aber nicht funktioniert. Kaputt war sie nicht, anscheinend hatten sie die Betreiber absichtlich abgestellt. "Es kann sein, dass diese Tragseilbremse während des Betriebes immer wieder geschlossen und man sie dann zwangsgeöffnet hat", vermutet Christian Felder, der Vorsitzende des Technikerkomitees der Österreichischen Seilbahnen. Trotz dieser Probleme waren die Betreiber in die Seilbahnsaison gestartet und hatten die Bremse dafür einfach ausgeschaltet. Schließlich waren auch sie wegen der Corona-Epidemie mehrere Monate in Zwangspause gewesen. Sie wollten anscheinend auf keinen Fall aussetzen und somit noch mehr Geld verlieren.

Mit dem Schlimmsten hatten die Betreiber niemals gerechnet: Nämlich, dass das Seil reißt. Das ist extrem unwahrscheinlich, denn das Seil ist "grundsätzlich das sicherste Bauteil", sagt Felder im Podcast.

Warum das so ist, und ob Seilbahnfahren für uns jetzt noch sicher ist, das hören Sie im Podcast "Wieder was gelernt".

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.