Panorama

Feuerball in China Explosionen verwüsten Teile von Tianjin

Das Ausmaß der Katastrophe von Tianjin ist noch lange nicht abzusehen. Am Hafen der chinesischen Millionenmetropole explodieren mehrere Lager mit gefährlichen Chemikalien. Ein "pilzförmiger Feuerball" richtet gigantischen Schaden an und tötet 44 Menschen - mindestens.

Eine gewaltige Explosion hat mindestens 50 Menschen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin in den Tod gerissen. Etwa 700 Verletzte kamen in Krankenhäuser. 70 von ihnen waren in einem kritischen Zustand, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Das anschließende Feuer richtete großen Schaden an - unter anderem auf einem nahen Parkplatz mit Tausenden Neuwagen.

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Apokalyptische Bilder aus Tianjin.

(Foto: dpa)

Videos zeigen einen pilzförmigen Feuerball über der Stadt. Vor der amtlichen Nachrichtenagentur hatte schon die Tageszeitung "Beijing News" berichtet, dass allein in ein Krankenhaus 42 Leichen gebracht worden seien. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer könnte also um einiges höher liegen.

Die Feuerwehr war laut dem Staatssender CCTV am Mittwochabend wegen eines Feuers in ein Hafenlager mit gefährlichen Chemikalien gerufen worden. Nachdem die Teams eingetroffen waren, kam es zu mehreren schweren Explosionen, bei denen laut Xinhua mindestens zwölf Feuerwehrleute ums Leben kamen. Insgesamt wurden rund 1000 Einsatzkräfte der Feuerwehr an den Unglücksort geschickt.

Druckwelle lässt Gegenstände durch die Luft jagen

Die Erschütterungen der Detonationen waren so stark, dass sie vom nationalen Erdbebenzentrum registriert wurden. Fotos in sozialen Netzwerken, die unmittelbar nach der Explosion gemacht wurden, zeigen blutverschmierte Menschen, die auf der Straße liegen, und Bilder beschädigter Gebäude. Andere Aufnahmen zeigen eine riesige Rauchwolke, die über dem Hafenareal der Stadt aufsteigt.

Augenzeugen erzählten von einer heftigen Druckwelle nach der Explosion, die viele Fenster zerstörte und Türen aus den Angeln riss. Glasscherben und andere herumfliegende Teile hätten zahlreiche Menschen verletzt. "Ich habe Fernsehen geguckt und plötzlich draußen rotes Licht schimmern gesehen. Dann gab es einen großen Knall und das ganze Haus wackelte. Ich war geschockt und konnte mich nicht bewegen. Mein Vater kam ins Zimmer und zog mich auf die Straße", sagte die 21-Jährige Studentin Liu, die nahe am Hafen wohnt.

Laut Berichten von Staatsmedien war das Feuer am Morgen (Ortszeit) unter Kontrolle, aber noch nicht komplett gelöscht. 100 Löschfahrzeuge sind offenbar weiterhin im Einsatz. Wie die Polizei in Tianjin mitteilte, ereignete sich die erste Explosion in einem Lagerhaus für gefährliche Güter, das der Firma Ruihai Logistics gehört. Manager der Firma sind demnach festgenommen und verhört worden. Nach der ersten Explosion griff das Feuer auf andere Lagerhäuser über, in denen sich dann eine Reihe weiterer Explosionen ereigneten. Gebäude von einem Dutzend Logistikfirmen wurden laut Staatsmedien komplett zerstört.

Hinweise auf eine Ursache des Feuers gibt es bisher nicht. In einer Rede an die Menschen von Tianjin kündigte Chinas Präsident Xi Jinping an, das Unglück werde "genau untersucht". Die Verantwortlichen würden "streng bestraft". Hunderte Menschen haben sich laut Staatsmedien spontan zum Blutspenden gemeldet. Tianjin hat mehr als 10 Millionen Einwohner und ist eine bedeutende Hafenstadt östlich von Peking

Quelle: n-tv.de, nsc/bad/AFP/dpa

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