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Zulassung frühestens im Januar? Fauci kassiert Trumps Impfstoff-Prognose

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Fauci rechnet frühestens im Januar mit einem Impfstoff.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Anthony Fauci scheut den Konflikt mit dem US-Präsidenten nicht. Der Immunologe rechnet entgegen der Aussagen von Trump mit einer Zulassung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus frühestens im Januar - und dann wohl auch erst nur für bestimmte Gruppen.

In den USA wird es nach Ansicht des renommierten Immunologen Anthony Fauci vor Januar keinen Corona-Impfstoff geben. Klinische Studien für zwei experimentelle Impfstoffe seien weit fortgeschritten, die Erteilung einer Notfallzulassung durch die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) sei jedoch nicht vor Januar zu erwarten, sagte Fauci in einer Videoschalte mit dem Fachmagazin "Jama Network". Fauci sagte, "es könnte Januar sein, es könnte später sein, das wissen wir nicht".

Die am weitesten fortgeschrittenen klinischen Studien sind Fauci zufolge jene für die Impfstoffe des Biotech-Unternehmens Moderna und die Studie von Pfizer. Der Pharmariese arbeitet mit dem Mainzer Unternehmen Biontech zusammen. Für eine Notfallzulassung der FDA müssten die Daten der Hersteller die Verträglichkeit und die "anhaltende Wirksamkeit" ihres Impfstoffs belegen, sagte Fauci.

Faucis Äußerung stand im Widerspruch zu Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der wiederholt in Aussicht gestellt hat, dass es noch vor Jahresende einen Impfstoff geben werde. Kritiker werfen Trump vor, die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffs für seinen Wahlkampf zu instrumentalisieren. Der Republikaner Trump bewirbt sich bei der US-Wahl am Dienstag um eine zweite Amtszeit. Fauci leitet das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) und ist Mitglied der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Er gilt als integrer und unabhängiger Experte, der sich auch nicht scheut, Trump in wissenschaftlichen Belangen zu widersprechen.

Weltweit befinden sich mehrere experimentelle Impfstoffe in großen klinischen Studien. Eine Notfallgenehmigung der FDA entspräche noch keiner regulären Zulassung, deren Hürden deutlich höher sind. Mit der ersten Genehmigung könnte zum Beispiel aber bereits das Impfen von Angehörigen von Risikogruppen und medizinischem Personal beginnen.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa