Panorama

"Abscheuliche" U-Boot-Flotte "Vergewaltigungslisten" schockieren britische Marine

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Das britische Atom-U-Boot HMS Artful ankert in Südkorea.

(Foto: picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY)

Es sind unglaubliche Vorwürfe: An Bord britischer U-Boote führen Offiziere anscheinend "Vergewaltigungslisten" für den Fall einer Katastrophe. Auch Beleidigungen, Schläge und mehr sollen zum Alltag weiblicher Crewmitglieder gehören. Eine frühere Leutnantin packt aus.

Die britische Marine muss sich mit schweren Vorwürfen sexueller Belästigung und Misshandlung an Bord ihrer U-Boote auseinandersetzen. Die frühere Leutnantin Sophie Brook berichtet in der "Daily Mail" als Whistleblowerin von regelmäßigen Beleidigungen und Schlägen durch männliche Kameraden. Ein hochrangiges Crewmitglied soll ihr demnach "begeistert" seine Genitalien in ihre Tasche gesteckt haben. Ein anderer Kamerad habe sich vor ihr entblößt, berichtet Brook in der Zeitung. Wiederum ein weiterer habe sie ungefragt geküsst.

Für den Fall von Katastrophen unter Wasser sollen die Offiziere an Bord zudem "Vergewaltigungslisten" erstellt haben. Darauf wurde die Reihenfolge festgehalten, in der sie ihre Kameradinnen vergewaltigen würden, bevor sie sterben.

Nach Angaben von Brook waren die Zustände in den engen U-Booten unter Wasser so schlimm, dass sie begann, sich selbst zu verletzten und Selbstmordgedanken entwickelte. Genauso wie andere Kameradinnen soll sie versucht haben, sich Gliedmaßen zu brechen, um bei einer Ausfahrt nicht an Bord gehen zu müssen.

"Abscheuliche Vorwürfe"

"Das Beste, das ich je getan habe, war, die Navy zu verlassen", erklärt Brook in dem Bericht. "Aber ich sorge mich um die Frauen, die ich zurückgelassen habe. Es gab eine ständige Kampagne sexuellen Mobbings." Die Navy sei ein "feindseliger und frauenfeindlicher Ort". Ein weiterer Informant, der der britischen U-Boot-Flotte in leitender Position angehörte, aber anders als Brook anonym bleiben wollte, bestätigt in der "Daily Mail", dass es an Bord regelmäßig zu Fällen sexueller Belästigung kam.

Der Stabschef der Royal Navy, Ben Key, nannte die Anschuldigungen in einem Statement "abscheulich". Sexuelle Gewalt und Belästigung habe keinen Platz bei der britischen Marine und werde nicht toleriert. "Jeder, der sich schuldig gemacht hat, wird bestraft werden."

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 29. Oktober 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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