Panorama

Häuserzeile versiegelt Feuerwehr sucht Python mit Köder

Eine junge Tigerpython, einen Meter lang? Experten schließen das aus der zurückgelassenen Haut.

Ein junger Tigerpython, einen Meter lang? Experten schließen das aus der zurückgelassenen Haut.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der junge Python ist bisher noch nicht gesichtet worden, aber seine Haut hat das Tier in der Küche eines Reihenhauses im Münsterland hinterlassen. Die Schlange soll fast einen Meter lang sein. Sicherheitshalber versiegelt das Ordnungsamt die ganze Häuserzeile, elf Bewohner müssen über Nacht ins Ausweichquartier.

Die Bewohner eines Reihenhauses im münsterländischen Warendorf haben in ihrer Küche ein Stück Schlangenhaut gefunden. Ein Reptilienexperte geht nach Angaben der Feuerwehr Warendorf davon aus, dass das gut 30 Zentimeter lange Stück von einem jungen Tigerpython stammt. Er habe die Größe der Würgeschlange auf 80 bis 90 Zentimeter geschätzt, sagte Christian Reinker von der Feuerwehr Warendorf. Das Tier selbst wurde zunächst nicht gesichtet.

Nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt wurden alle fünf miteinander verbundenen Häuser versiegelt. In den Häusern wurde Mehl verteilt. Falls sich das Tier noch in einem Haus befindet, soll es in dem Mehl Spuren hinterlassen. "In dem Gebäudekomplex vermisst niemand eine Schlange. Es ist unklar, woher sie kommen könnte", sagte Reinker weiter.

In der Fundwohnung sei ein Lebendköder ausgesetzt worden, "ein kleiner Hamster in einem Käfig". Reinker betonte, dass der Hamster nur als Lockmittel dienen solle, nicht als Futter. Eine Falle für die Schlange sei aber nicht aufgestellt worden. Pythons sind nicht giftig.

Fall erinnert an entflohene Kobra in Herne

Die insgesamt elf Bewohner der Häuser im Stadtteil Freckenhorst sollten die Nacht auf Samstag außerhalb ihrer Häuser verbringen. Die meisten sollten bei Angehörigen unterkommen. Eine Familie sei durch das Ordnungsamt für eine Nacht untergebracht worden, sagte Reinker. Am Samstagmorgen sähen der Reptilienexperte und das Ordnungsamt der Stadt dann nach, ob die Schlange Spuren hinterlassen habe. Falls nicht, gehe der Experte davon aus, dass sich das Tier nicht mehr in den Häusern befinde.

Der Fall erinnert an eine entflohene Schlange in der Ruhrgebietsstadt Herne. Dort war im August 2019 eine hochgiftige Monokelkobra in einem Mehrfamilienhaus entwischt. Sie konnte erst nach mehreren Tagen wieder eingefangen werden. Die Mieter durften damals tagelang nicht in ihre Wohnungen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa