Panorama

Hunderte Tankwagen explodieren Flammeninferno in afghanischer Grenzstadt

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Wie viele Opfer die Explosionen gefordert haben ist unklar, weil Rettungskräfte in sicherer Entfernung zum Feuer blieben.

(Foto: AP)

In einer Kettenreaktion gehen an der Grenze zwischen Afghanistan und Iran rund 400 Gastankwagen in Flammen auf. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzuschätzen, auch über die Ursache der Explosionen lässt sich nur rätseln. Die Polizei geht aber von einem Leck aus.

In einer Grenzstadt im Westen Afghanistans sind Hunderte Gastankwagen einem Flammeninferno zum Opfer gefallen. Gegen Mittag explodierte nahe der Grenze zum Iran aus noch ungeklärter Ursache ein Tankwagen und löste eine Kettenreaktion aus, wie ein Grenzschutzbeamter sagte. Etwa 400 Tankwagen seien in den Flammen zerstört worden, sagte der Beamte Mehrullah Balotsch in der Stadt Islam Qala. "Wir haben keine Luftunterstützung von irgendeiner Seite erhalten, aber zwölf Feuerwehrfahrzeuge und Besatzungen helfen uns aus dem Iran." Das gesamte Ausmaß der Zerstörung war unklar. Auch die Zahl möglicher Opfer war zunächst unbekannt, weil Rettungskräfte in sicherer Entfernung zum Feuer blieben.

TV-Bilder und Videos im Internet zeigten Explosionen, Flammen und eine immense schwarze Rauchwolke. Auch das Zollbüro in Islam Qala ist nach Behördenangaben niedergebrannt. 17 Menschen wurden ins Krankenhaus der Provinzhauptstadt Herat gebracht, mehrere davon in kritischem Zustand. Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt, die Polizei vermutete aber ein Leck in einem Tankwagen. Das Feuer wütete auch nach Einbruch der Dunkelheit weiter. Herats Gouverneur Wahid Qatali, der sich vor Ort ein Bild der Lage verschaffte, ging von langen Löscharbeiten aus: "Wir geben unser Bestes, das Feuer zu löschen", sagte er. "Wir hatten Sorge vor Plünderungen, aber das haben wir verhindert. Und es gelang uns, ein paar hundert Autos wegzuschaffen." Der geschätzte Verlust liege bei mehreren Millionen Dollar, für eine endgültige Bewertung müssten die Löscharbeiten abgewartet werden, sagte der Chef der Handelskammer von Herat, Junus Kasi Sada

Qatali sprach von einem gewaltigen Schaden sowohl für die Privatwirtschaft als auch für die öffentliche Infrastruktur. In der Grenzstadt Islam Qala verläuft eine Handelsroute zwischen Afghanistan und dem Iran. Aus Sicherheitsgründen wurde die Stromverbindung zum Iran gekappt und ließ folglich die Provinzhauptstadt Herat im Dunkeln, wie afghanische Behördenvertreter mitteilten.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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