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Riesenwrack aus dem Weltkrieg Forscher entdecken die "USS Hornet"

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Waghalsiger Gegenschlag: Im April 1942 starteten B-25 zum ersten US-Angriff auf Tokio.

(Foto: AP Photo / Jack Rice)

Spektakuläre Entdeckung am Meeresgrund: Ein von Microsoft-Mitgründer Allen finanziertes Team stößt in der Tiefsee auf die Überreste eines riesigen US-Flugzeugträgers. Das Wrack ist nicht nur für US-Veteranen von Bedeutung. Vom Deck der "Hornet" aus startete der erste US-Gegenschlag im Pazifikkrieg.

Mehr als sieben Jahrzehnte nach dem Untergang im Kriegsjahr 1942 haben Unterwasser-Bergungsexperten das Wrack des legendären US-Flugzeugträgers "USS Hornet" gefunden. Die Überreste des riesigen Kriegsschiffes, das in entscheidenden Schlachten des Zweiten Kriegs zwischen den USA und Japan zum Einsatz kam, liege in 5400 Metern Tiefe auf dem Meeresboden, teilte das von Microsoft-Mitgründer Paul Allen finanzierte Forschungsteam mit.

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Historische Aufnahme aus dem US-Marinemuseum: Die "USS Hornet" (VC-8) am Kai in Newport, Virginia.

(Foto: © National Museum of the U.S. Navy (CC-BY-SA-NC))

Der Träger mit der Kennnummer CV-8 war im Oktober 1942 während einer Schlacht vor den zu den Salomonen gehörenden Santa-Cruz-Inseln von japanischen Sturzkampfbombern schwer getroffen worden und schließlich gesunken. Die Forscher hatten das Wrack eigenen Angaben zufolge Ende Januar mithilfe ihres Forschungsschiffs "Petrel" und der Auswertung von Marine-Archivdaten entdeckt.

Für die US-Militärgeschichte ist die "USS Hornet" von herausragender Bedeutung. Das Forschungsteam habe die "Hornet" finden wollen, weil sie "ein Ort der Geschichte ist als ein Flugzeugträger, der viele Schlüsselmomente in Seeschlachten miterlebt hat", wie Expeditionsmanager Robert Kraft erklärte.

Einer dieser Schlüsselmomente war etwa die Rolle der "Hornet" bei den Vorbereitungen zum "Doolittle Raid", einem Überraschungsangriff der US-Luftstreitkräfte auf Japan im April 1942. Dabei kamen zum ersten Mal zweimotorige Bomber von einem Flugzeugträger aus zum Einsatz. Die schweren Maschinen flogen vom Flugdeck des Trägers aus über das offene Meer Richtung Japan.

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Unter Beschuss: Japanische Bomber greifen die "Hornet" an (Archivbild).

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der waghalsige Einsatz, bei dem die US-Militärs die "Hornet" als provisorischen Bomber-Startplatz nutzten, war als erster Gegenschlag der Vereinigten Staaten nach der Bombardierung Pearl Harbors gedacht. Für Militärhistoriker markiert der "Doolittle Raid" den Übergang der USA in die Offensive - und damit einen der strategischen Wendepunkte im Pazifikkrieg, der drei Jahre später mit der bedingungslosen Kapitulation des japanischen Kaiserreichs endete.

Damit steht die "USS Hornet" auch symbolisch für die bis heute andauernde militärische Vorherrschaft der US-Streitkräfte. Die Forscher der von Allen geführten Suchexpeditionen hatten erst im vergangenen Jahr rund 800 Kilometer vor der australischen Küste das Wrack des Flugzeugträgers "USS Lexington" gefunden. Den jüngsten Fund erlebte Allen nicht mehr: Er starb im Oktober 2018 mit 65 Jahren.

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Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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