Wasser versperrt RückwegForscher sitzen in Salzburger Höhle fest

Für drei Forscher aus Polen wird die Lamprechtshöhle in Österreich zur Falle. Schmelzwasser ist in die Gänge eingedrungen, der Ausgang versperrt. Die Eingeschlossenen gelten als absolute Kenner der Höhle. Fachleute sehen sie deshalb nicht in ernster Gefahr.
In der Lamprechtshöhle in Österreich sitzen drei Höhlenforscher aus Polen fest. Die Mitglieder einer angemeldeten Expedition können nicht mehr ins Freie, weil Schmelzwasser in das Gangsystem eingedrungen ist und ein nun bis zur Decke gefüllter Höhlensee den Rückweg versperrt, wie das Land Salzburg mitteilte. Am Abend konnte ein Rettungstaucher zu den Eingeschlossenen vordringen. "Alle drei scheinen wohlauf, allerdings unterkühlt zu sein", hieß es von den Behörden. Möglicherweise könne das Trio in absehbarer Zeit die Höhle aus eigener Kraft wieder verlassen.
Schon zu Beginn hatten die Behörden die Lage als nicht allzu dramatisch eingeschätzt. "Wir sind optimistisch, weil die Forscher bestens ausgerüstet sind, als Vollprofis mit der Situation umgehen können und es in der Höhle Rettungsnischen mit Decken sowie Notausrüstung gibt", sagt die Leiterin der Salzburger Höhlenrettung, Monika Feichtner.
Die Lamprechtshöhle in St. Martin bei Lofer erstreckt sich auf eine Länge von 60 Kilometern und gehört zu den tiefsten Höhlen der Welt. Für den weiteren Einsatz wurden vom Land Salzburg vier Höhlentaucher angefordert. Sie sollen zu den Eingeschlossenen vordringen und erkunden, wie es ihnen geht und sie gegebenenfalls versorgen. Es sei davon auszugehen, dass keine dramatische Lage herrsche, sagt Einsatzleiter Gernot Salzmann im Sender oe24.
Die drei Höhlenforscher gehören nach Angaben der Behörden seit Jahrzehnten zu den besten Kennern der Lamprechtshöhle. Sie wollten bei einer für 20 Stunden geplanten Tour Gesteinsproben sammeln. Mit den tieferen Temperaturen - wie sie zumindest in den nächsten Tagen erwartet werden - sollte der Wasserstand bald wieder sinken und der Rückweg frei sein, hieß es. Eine genaue Prognose sei aber schwierig. "Sie können jedenfalls nicht heraustauchen, denn dafür muss man ein absoluter Spezialist sein und das ist aus derzeitiger Sicht nicht nötig", sagt Wolfgang Gadermayr, Höhlenretter und Geologe.