Panorama

"Die Füchse" wechselt Besitzer Franz-Marc-Bild für 51 Millionen Euro versteigert

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Das Bild war einem unbekannten Sammler mehr als 51 Millionen Euro wert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst jüngst gibt die Stadt Düsseldorf ein Gemälde von Marc an die rechtmäßigen Erben des einstigen jüdischen Besitzer zurück. Diese lassen es versteigern. Aufgrund des nur kleinen Gesamtwerkes des Künstlers greift ein Interessent tief in die Tasche.

Wenige Wochen nach der Rückgabe an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers ist das expressionistische Meisterwerk "Die Füchse" von Franz Marc in London zu einem Rekordpreis versteigert worden. Das Ölgemälde kam in der Abendauktion des Londoner Auktionshauses Christie's unter den Hammer. Der Käufer bot 42,66 Millionen Pfund (rund 51,12 Millionen Euro) - laut Christie's ein Auktionsrekord für den Künstler.

Die Stadt Düsseldorf hatte das avantgardistische Schlüsselwerk, das zwei ineinander verschlungene Füchse zeigt, nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit erst im Januar an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten Kurt Grawi (1887-1944) zurückgegeben. Zuvor hatte das 1913 entstandene kubistische Gemälde im städtischen Museum Kunstpalast gehangen.

Werke des jung im Ersten Weltkrieg gefallenen Franz Marc (1880-1916) kommen nach Angaben von Christie's selten in Auktionen. Marcs Werk sei relativ klein, viele seiner wichtigsten Bilder befänden sich in großen Museen und nur wenige in privater Hand.

Nach der Zustimmung des Rats der Stadt Düsseldorf im vergangenen Jahr folgte ein monatelanges juristisches Tauziehen, bis das Gemälde letztlich im Januar übergeben wurde und das Museum verließ. Die im Fall Grawi anspruchsberechtigte Erbin ist über 90 Jahre alt. Das Marc-Gemälde war 1962 als Schenkung des Kaufhaus-Unternehmers Helmut Horten nach Düsseldorf gekommen.

Die Stadt Düsseldorf war mit der Restitution einer in Fachkreisen umstrittenen Empfehlung der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle gefolgt. Das Gremium hatte sich mit einer Zweidrittel-Mehrheit für die Rückgabe ausgesprochen. Der Bankier und Unternehmer Grawi war nach 1933 in Deutschland erheblichen Repressionen ausgesetzt. 1938 wurde er mehrere Wochen im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. 1939 konnte er nach Chile auswandern. 1940 verkaufte er das Bild in New York.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 01. März 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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