Panorama

Exorzismus in Nicaragua Frau stirbt bei "Teufelsaustreibung"

imago58150878h.jpg

Die Nachbarn verbrannten die 25-Jährige auf einem Scheiterhaufen (Symbolbild).

(Foto: imago stock&people)

Die Bewohner einer abgelegenen Ortschaft sind davon überzeugt, dass ihre Nachbarin von einem Dämon besessen ist. Sie fesseln die 25-Jährige und werfen sie nackt auf einen Scheiterhaufen. Der zuständige "Priester" will hinterher nichts damit zu tun haben.

Weil sie angeblich einen Dämon im Leib hatte, hat sich eine 25-jährige Frau in Nicaragua einer "Teufelsaustreibung" unterziehen müssen und dabei ihr Leben gelassen. Vilma Trujillo wurde vor einer Woche in der abgelegenen Ortschaft El Cortezal im Nordosten des Landes von Nachbarn gefesselt und nackt auf einen brennenden Scheiterhaufen geworfen. Am Dienstag erlag sie ihren schweren Verbrennungen im Krankenhaus, wie Nicaraguas First Lady und Vizepräsidentin, Rosario Murillo, in staatlichen Medien mitteilte.

Nach Darstellung von Angehörigen sowie von Frauengruppen leitete ein Mann namens Juan Rocha das Exorzismus-Ritual. Er bezeichnet sich als Priester der evangelikalen Kirche der Versammlung Gottes. Nach seiner Festnahme durch die Polizei bestritt er, Trujillo verbrannt zu haben. Die Frau sei von einem Dämon "besessen" gewesen, und dieser sei ins Feuer gefallen.

Rafael Arista, der die Kirche der Versammlung Gottes leitet, bestritt im Fernsehen, dass seine Glaubensgemeinschaft etwas mit dem Fall zu tun habe. Rocha gehöre seiner Kirche nicht an. Murillo kündigte an, dass die Verantwortlichen wegen Mordes verfolgt würden.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP