Panorama

Phantombaby in Österreich Frau täuschte Geburt und Kindstod vor

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Glaubhaft hat die Frau einen Babybauch simuliert. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance / Felix Heyder/)

Eine Schwangerschaft dauert neun Monate. Einem Österreicher fällt trotzdem nicht auf, dass seine Lebensgefährtin ihm Babybauch und Geburt nur vorgaukelt. Erst als es nach dem angeblichen Kindstod Streit ums Geld gibt, fliegt der Schwindel auf.

In Österreich hat eine Frau die Geburt und den Tod eines Babys vorgetäuscht. Das Landesgericht Leoben bestätigte der österreichischen Nachrichtenagentur APA, dass die Frau deshalb vor wenigen Wochen verurteilt wurde. Der Vorfall ereignete sich bereits im Herbst 2018, kam aber erst jetzt durch Medienberichte ans Licht.

Eine Sprecherin des Landesgerichts Leoben sagte der APA, die Frau habe ihren damaligen Lebensgefährten und auch einen Pfarrer hinters Licht geführt. Demnach hatte sie während ihrer angeblichen Schwangerschaft viel gegessen und stark zugenommen, um einen Babybauch zu simulieren. Nach dem angeblich plötzlichen Kindstod gab es eine Trauerfeier mit rund 20 Gästen.

Die Frau wurde für die Fälschung der Geburts- und der Sterbeurkunde verurteilt. Vor Gericht gab sie die Fälschungen zu. Sowohl die Hintergründe als auch das Motiv der Frau bleiben aber unklar.

"Komisch vorgekommen"

Die zuständige Diözese Graz-Seckau bestätigte die Vorkommnisse ebenfalls und betonte, dass der betroffene Pfarrer vom Schwindel nichts gewusst habe. Es sei dem Geistlichen zwar im November 2018 komisch vorgekommen, dass die vermeintliche Mutter die Urne selbst zur Bestattung mitgebracht hat. Letztlich habe er aber seiner seelsorgerischen Pflicht nachgehen müssen. Bei den Gesprächen mit der Frau und ihrem damaligen Lebensgefährten seien die Erzählungen jedenfalls glaubhaft gewesen.

Aufgeflogen war der Schwindel laut den Medienberichten, nachdem die Familie des angeblich verstorbenen Kindes der Kirche im Streit um Zahlungen vorwarf, von der Lüge gewusst zu haben. Der betroffene Pfarrer ließ sich die Urkunden vorlegen, erkannte die Fälschungen und erstattete Anzeige.

Quelle: ntv.de, chr/dpa