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Suche nach weiteren Tätern Freiburger Hauptverdächtiger ist Intensivtäter

Acht Verdächtige sind gefasst, die eine 18-Jährige vergewaltigt haben sollen. Doch DNA-Untersuchungen zufolge sind zwei Täter noch auf freiem Fuß. Außerdem kommt heraus: Zwei Tatverdächtige sollen sich nicht das erste Mal an einer Frau vergangen haben.

Im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg gibt es weitere bisher unbekannte Tatverdächtige. Die Ermittlungen hätten zwei weitere DNA-Spuren ergeben, sagte Bernd Belle von der Freiburger Kriminalpolizei. Diese Spuren gehörten zu keinem der bisherigen Verdächtigen. Insgesamt sitzen acht Tatverdächtige in Untersuchungshaft: Sieben Syrer im Alter zwischen 19 und 29 Jahren sowie ein 25-jähriger Deutscher. Mehrere DNA-Spuren konnten bereits zwei Tatverdächtigen zugeordnet werden.

Die Ermittler gaben außerdem bekannt, dass fünf der acht Verdächtigen strafrechtlich schon in Erscheinung getreten sind - unter anderem wegen Körperverletzung und Raubes. Der als Hauptverdächtiger geltende Mann gilt als Intensivtäter. Der inzwischen 22-Jährige soll bereits mehrere Straftaten begangen haben. Es gehe um drei Körperverletzungen und zwei Taten mit Sexualbezug, erklärte Michael Mächtel von der Staatsanwaltschaft.

In einem Fall wird der 22-Jährige verdächtigt, zusammen mit zwei weiteren Männern eine 20-jährige Frau missbraucht zu haben. Der sexuelle Übergriff soll im letzten Jahr in der Wohnung des 22-Jährigen stattgefunden haben. Wegen der Beweislage habe in diesem Fall allerdings kein dringender Tatverdacht bestanden, sagte Michael Mächtel. Auch ein Mann, der verdächtigt wird, die 18-Jährige vergewaltigt zu haben, soll an der Tat beteiligt gewesen sein.

Haftbefehl lief zunächst ins Leere

Der heute 22-jährige Hauptverdächtige soll die 18-Jährige nach einem Disco-Besuch als erster vergewaltigt haben. Danach soll er den anderen Tatverdächtigen gesagt haben, dass das Opfer wehrlos in einem Waldstück liegt. Die Ermittler hatten ihn vor der Tat bereits im Visier, weil er mit Marihuana gehandelt haben soll. Das Amtsgericht Freiburg erließ deshalb bereits am 10. Oktober Haftbefehl gegen ihn - das war drei Tage vor der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung. Ermittler beobachteten die Wohnung des Mannes, trafen ihn dort jedoch nicht an. Er wurde erst am 21. Oktober gefasst.

Mehrere Tatverdächtige sagten im Verhör, dass sie der Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien angehört hätten. Verifizieren könne man das aber nicht, sagte Bernd Belle von der Kriminalpolizei. Drei Tatverdächtige hatten im Internet Fotos von sich gepostet, auf denen sie Waffen tragen.

Das Opfer wird inzwischen durch eine Opferschutzorganisation betreut. "Auf uns wirkt sie stabil", erklärten die Ermittler. Die Medienberichterstattung werde für die 18-Jährige allerdings zunehmend belastend.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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