Panorama

Zum Teil um zwei Drittel gekürzt Frust bei Hausärzten über Impfstoff-Knappheit

Die Mitarbeiterin einer Klinik bereitet die Spritze für eine Impfung gegen Corona vor. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Corona-Impfstoffe sind momentan wieder ein rares Gut.

(Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild)

Vergangene Woche verimpften die Hausärztinnen und Hausärzte 3,1 Millionen Dosen - der zweithöchste Wert seit Beginn der Impfkampagne. Obwohl sie das wohl gern steigern würden, sind ihnen die Hände gebunden: Es kommt nicht genug Vakzin nach. Das sorgt für Terminchaos und großen Frust.

Der Hausärzteverband hat scharfe Kritik an der Verteilung von Corona-Impfstoffen geübt und eine mangelnde Versorgung der Arztpraxen beklagt. "In der letzten Woche wurden im ambulanten Bereich mehr als 3,1 Millionen Impfdosen verabreicht. Dies war die zweitbeste Impfwoche der gesamten Impfkampagne", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Dieses Impftempo könnten wir nur beibehalten, wenn uns nicht die Impfstoffmengen zum Teil um zwei Drittel gekürzt werden, wie uns die Praxen jetzt berichten. Geplante Impftermine müssen dann verschoben oder sogar komplett abgesagt werden", sagte Weigeldt.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie bleibe die Impfung weiterhin der zentrale Baustein jeder Strategie. "Nachdem es die geschäftsführende Bundesregierung wochen- und monatelang versäumt hat, politische Maßnahmen zu ergreifen, um die Impfquote substanziell zu steigern, ist die Lage in Deutschland in manchen Regionen inzwischen durchaus prekär", kritisierte Weigeldt.

Zahnärzte wollen bei Booster-Impfungen mithelfen

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Verstärkung beim Impfen könnten die Hausärzte bald durch Zahnärzte bekommen. "Wir stehen als Zahnärzteschaft bereit, bei der dringend notwendigen Beschleunigung der Booster-Impfung die ärztlichen Kollegen zu unterstützen", sagte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Christoph Benz, der "Rheinischen Post". "Da Impfen allerdings eine rein ärztliche, keine zahnärztliche Leistung ist, muss zunächst eine gesetzliche Ausnahme geschaffen werden." Der Bund müsse die rechtlichen Vorgaben nun schnell ändern.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte nach dem gestrigen Spitzengespräch der Länder-Ministerpräsidenten mit dem designierten Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD und der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel von der CDU angekündigt, dass der Kreis derjenigen, die Impfungen vornehmen dürfen, "deutlich ausgeweitet" werden soll. Genannt wurden dafür neben den Zahnärztinnen und Zahnärzten auch Apotheken.

Quelle: ntv.de, joh/AFP

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