Panorama

Bedingungen nicht eingehalten Fynn Kliemann droht Ärger wegen NFT-Auktion

Fynn Kliemann, deutscher Musiker und YouTuber, steht auf seinem Hof

Im März 2021 wirbt Kliemann dafür, er wolle 99 kurze Musikstücke als digitale Kunstwerke verkaufen. Doch bei der Auktion kommt es zu Ungereimtheiten.

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Anfang Mai veröffentlicht das "ZDF Magazin Royale" ein Video, in dem Fynn Kliemann nicht gut wegkommt. Eine Recherche des ARD-Politikmagazins "Kontraste" erhebt jetzt neue Vorwürfe gegen den Influencer: Auch bei einer NFT-Auktion soll nicht alles rund gelaufen sein.

Influencer Fynn Kliemann steht momentan wegen Ungereimtheiten beim Verkauf von Corona-Masken in der Kritik. Wie Recherchen des ARD-Politikmagazins "Kontraste" nahelegen, hat es diese auch bei einer NFT-Auktion im vergangenen Jahr gegeben. Kliemann soll bei der Versteigerung alles andere als gewissenhaft vorgegangen sein und noch Gebote nach Ablauf der Auktion angenommen und damit den Umsatz ordentlich in die Höhe getrieben haben.

Im März 2021 wirbt Kliemann dafür, er wolle 99 kurze Musikstücke als digitale Kunstwerke verkaufen, die er gemeinsam mit seinem Produzenten aufgenommen hat. Die sogenannten Non-Fungible Tokens (NFTs) sollen seine Fans über eine Auktionsplattform im Netz ersteigern und in Kryptowährungen bezahlen. Nach Berechnungen von "Kontraste" veräußerte Kliemann seine Kollektion mit dem Namen "JingleBe" für insgesamt rund 215.000 Euro. Fast ein Drittel dieser Summe soll nach Recherchen des Magazins allerdings zustande gekommen sein, weil Kliemann seine selbst aufgestellten Auktionsbedingungen in vielen Fällen nicht eingehalten hat.

Eigentlich sollte am Sonntag, den 7. März 2021, um 20 Uhr der jeweils Höchstbietende den Zuschlag erhalten. Für mindestens 84 NFTs soll Kliemann allerdings nach Information von "Kontraste" Gebote bestätigt haben, die erst nach 20 Uhr eingegangen sind und über dem Höchststand von 20 Uhr gelegen haben. Sie hätten eigentlich also nicht mehr zugelassen werden dürfen. Berechnungen zufolge hat Kliemann mit den Höchstgeboten, die nach der angekündigten Frist eingegangen sind, den Umsatz um rund 68.000 Euro gesteigert.

"Mein erster Gedanke war: Ich wurde hereingelegt"

Auch der Informatiker Fabian K. hat laut Information des ARD-Politikmagazins für das digitale Kunstwerk geboten. Um 19.58 Uhr habe K. demnach umgerechnet 573 Euro für ein Musikstück geboten und um Punkt 20 Uhr damit vorne gelegen. Doch, anstatt dass K. das Kunststück kurz nach 20 Uhr gehört, seien immer neue Gebote eingegangen und der Preist gestiegen. Das Gebot, das Kliemann schlussendlich angenommen haben soll, soll mehr als doppelt so hoch wie das von Fabian K. gewesen sein. "Mein erster Gedanke war: Ich wurde hereingelegt", zitiert "Kontraste" Fabian K. Als sich mehrere Personen auf Twitter beschweren, verteidigte sich Kliemann demnach, indem er behauptete, ihm sei die Uhrzeit einzelner Gebote nicht angezeigt worden. Dem Bericht zufolge hätte es aber durchaus die Möglichkeit gegeben, Uhrzeiten und Gebote zu überprüfen.

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Kliemanns Anwalt rechtfertigt das Vorgehen seines Mandanten gegenüber dem Politikmagazin damit, der Influencer habe mit der Auktion Neuland betreten. Einige Gebote seien ungültig gewesen, als er sie bestätigen wollte. Vor allem aber habe Kliemann geglaubt, er könne sämtliche Auktionen um 20 Uhr auf einen Schlag beenden. Die Betreiber der Auktionsplattform hätten ihm auf Nachfrage jedoch mitgeteilt, Verkäufer müssten alle Höchstgebote einzeln und von Hand bestätigen. Kliemanns Anwalt betont, Kliemann habe mit diesem Problem im Vorfeld nicht gerechnet.

"Wenn die Auktion entsprechend angekündigt wurde, hat derjenige, der um 20 Uhr Höchstbietender war, einen zivilrechtlichen Anspruch darauf, den NFT zu bekommen", schätzt Katharina Garbers-von Boehm von der Kanzlei Büsing Müffelmann & Theye für "Kontraste" die rechtliche Lage ein. Für ihr Recht müssen Betroffene demnach aber selber gegen Kliemann vorgehen.

Quelle: ntv.de, jki

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