Panorama

Ex-Popstar zeigt kaum Reue Gary Glitter muss 16 Jahre in Haft

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Der 70-Jährige Gary Glitter verbringt die nächsten Jahre im Knast.

(Foto: AP)

In den 70er Jahren lässt sich der britische Sänger Gary Glitter Mädchen in seine Umkleide bringen und missbraucht sie. Rund 40 Jahre später wird ihm dafür der Prozess gemacht. Das Urteil: schuldig. Seine Strafe: 16 Jahre Gefängnis.

Der frühere Rock- und Popstar Gary Glitter ist wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Die Jury eines Gerichtes in London hatte den 70 Jahre alten Glitter bereits am 5. Februar für schuldig befunden, in den 1970er Jahren mehrere Mädchen missbraucht zu haben. Eines der Opfer soll jünger als zehn Jahre gewesen sein. Der Richter warf Glitter bei der Urteilsverkündung vor, er habe kaum Reue gezeigt.

In der Beweisaufnahme am Southwark Crown Court war deutlich geworden, wie Glitter sich in den 1970er Jahren Frauen am Rande von Bühnenauftritten in die Umkleidekabine kommen ließ. Einige brachten auch ihre Töchter mit - und ließen diese dann mit ihm alleine.

Die Zeuginnen, heute um die 50 Jahre alt, sagten teils unter Tränen über die Ereignisse aus den 1970er Jahren aus. "Am nächsten Tag schenkte er mir ein Osterei und tat so als wäre nichts gewesen", sagte eine 48 Jahre alte Frau im Zeugenstand, die Glitter im Jahr 1975 als Achtjährige versucht hatte, zu vergewaltigen.

Gary Glitter, der mit bürgerlichem Namen Paul Gadd heißt, war bereits 2006 in Vietnam wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden und saß für knapp drei Jahre in dem südostasiatischen Land im Gefängnis. Im Zuge der Affäre um den pädophilen BBC-Moderator Jimmy Savile in Großbritannien wurde er 2012 festgenommen. Schon in den 1990er Jahren hatte er eine zweimonatige Haftstrafe in seiner britischen Heimat abgesessen, nachdem auf seinem Computer einschlägiges Material gefunden worden war.

Quelle: ntv.de, jog/dpa