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Skurrile Suche nach Landarzt Geheimtipp: Bürgermeisterin unverheiratet

Eine bayrische Gemeinde sucht einen Landarzt und lockt mit der ledigen Bürgermeisterin. Was nach einem Scherz klingt, ist in Wirklichkeit ein cleverer Schachzug der Bürgermeisterin, der aufzugehen scheint. Und der womöglich sogar sie persönlich glücklich macht.

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Die bayrische Gemeinde Kollnburg hat ein Problem: Sie sucht händeringend nach einem Arzt, der bereit wäre, in dem gemütlichen Ferienort zu praktizieren. Damit ist die Gemeinde nicht alleine – in den ländlichen Regionen Deutschlands ist Ärztemangel weit verbreitet, was die Konkurrenz um die wenigen willigen Ärzte noch zusätzlich verschärft. Doch zu ihrem großen Glück besitzen die Kollnburger einen nahezu unschlagbaren Trumpf: Ihre ehrenamtliche Bürgermeisterin Josefa Schmid läuft gern Schlager singend im Dirndl über bayrische Felder und ist noch dazu Single. 

Dass es dieses Potenzial zu mobilisieren gilt, hat Kollnburg erkannt und eine Anzeige im "Ärzteblatt" geschaltet. "Leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen" könne man als Arzt in Kollnburg, heißt es da. Doch damit nicht genug, denn das Stellengesuch lockt mit folgendem Zusatz: "Geheimtipp: Die Bürgermeisterin ist noch unverheiratet".

Was auf den ersten Blick wirkt, wie eine skurrile Kontaktanzeige ist letztendlich schlicht ein geschickter Schachzug einer Frau, die mit Aufmerksamkeit umzugehen weiß. Mit über 260 anderen Stellenanzeigen konkurriere man im Ärzteblatt und dennoch habe sie schon über ein Dutzend Bewerbungen für den Arztposten erhalten, zeigt sich Josefa Schmid im Interview mit dem "Münchener Merkur" zufrieden.

Bürgermeisterin erhielt auch einige private Antworten

Aber die Bürgermeisterin merkt an: "Ich habe auch einige andere Anfragen erhalten". Schmid macht aber auch klar, dass ihre Priorität ganz klar bei der Lösung des Landarztproblems liegt. Den Kontaktanzeigen werde sie sich erst widmen, wenn ein Arzt oder eine Ärztin für Kollnburg gefunden sei.

Ein Erfolg in dieser Frage würde sicher einige Kollnburger mit ihrer schlagzeilentauglichen Bürgermeisterin versöhnen. Im Sommer 2018 hatte die in der Bamf-Affäre für Furore gesorgt. Als Leiterin nach Bremen berufen, hatte sie Missstände in der dortigen Bamf-Zentrale laut angeprangert und war daraufhin relativ prompt nach Bayern zurückversetzt worden. Die Kollnburger CSU hatte in dieser Zeit kritisiert, dass es nicht möglich sei, einen zeitintensiven Job in Bremen und ein Bürgermeisterinnenamt in Bayern zu vereinen.

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Quelle: n-tv.de, lwe

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