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Aggressivität und Egoismus "Generation Mitte" beklagt Verrohung

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Vor allem auf Deutschlands Straßen bricht sich in den Augen der Befragten eine zunehmende Aggressivität Bahn.

(Foto: picture alliance / Jens Büttner/)

Im Straßenverkehr, auf öffentlichen Plätzen, im Internet: Eine große Mehrheit der 30- bis 59-jährigen Deutschen macht im gesellschaftlichen Miteinander eine zunehmende Aggressivität aus. Wirtschaftlich geht es den Menschen dieser Generation jedoch überwiegend gut.

Die 30- bis 59-Jährigen in Deutschland sehen die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland laut einer Umfrage zunehmend negativ. "Aggressivität und Egoismus, immer weniger Respekt und auch eine wachsende Fremdenfeindlichkeit bereiten der mittleren Generation Sorgen", sagte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, bei der Vorstellung der Studie. 81 Prozent beklagten demnach eine zunehmende Aggressivität im gesellschaftlichen Umgang.

Konkret erlebten laut der Umfrage, für die das Institut im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft im Juli 1.103 Personen befragte, 90 Prozent diese Aggressivität im Straßenverkehr. Mit rücksichtslosem und aggressivem Verhalten sehen sich demnach zudem viele Befragte auf öffentlichen Plätzen (59 Prozent) und in öffentlichen Verkehrsmitteln (51 Prozent), aber auch im Internet (54 Prozent) konfrontiert. 68 Prozent sind der Meinung, dass Fremdenfeindlichkeit auf dem Vormarsch ist. Ebenso viele konstatierten eine wachsende Respektlosigkeit im Umgang.

Mehr als die Hälfte der Ostdeutschen zwischen 30 und 59 Jahren findet, dass es in Deutschland von großer Bedeutung ist, ob jemand aus Ost- oder Westdeutschland stammt. Nur 35 Prozent der Westdeutschen sehen das genauso. Die Herkunft ist für die Generation Mitte im Osten ein größeres Unterscheidungsmerkmal als der Bildungsabschluss.

Wirtschaftslage gut, Aussichten schlecht

Bei der Beurteilung der eigenen Finanzsituation zogen 59 Prozent eine positive Bilanz - dies sei der höchste Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2013. Nur 9 Prozent bewerteten ihre materielle Lage eindeutig negativ. 44 Prozent der Generation Mitte geht es heute nach eigenen Angaben besser als vor fünf Jahren, im Vergleich zu 2018 sind das zwei Prozentpunkte mehr. In Ostdeutschland stimmten sogar 46 Prozent der Befragten dieser Aussage zu.

Die Befragten beurteilten die Perspektiven der Wirtschaft insgesamt skeptisch. Vier von zehn Befragten glauben, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren zurückfällt. Als Gründe hierfür werden vor allem ein verpasster Anschluss bei wichtigen technologischen Entwicklungen und der Klimawandel gesehen.

Quelle: n-tv.de, jog/DJ/AFP

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